Wirtschaft : UMTS-Lizenzen: Weg für Versteigerung frei - Neun Bewerber im Rennen - Orange bietet nicht mehr mit

Der Weg für die Versteigerung der Lizenzen für das neue Mobilfunknetz UMTS ist nach Angaben der Regulierungsbehörde in Bonn endgültig frei. Die France Télécom habe die Beteiligung ihrer neu erworbenen Mobilfunktochter Orange an der Group 3 G zurückgezogen und damit eine unzulässige Mehrfachbewerbung aufgehoben, teilte ein Behördensprecher am Montag mit. Damit gehen noch neun Bewerber in das Rennen um die begehrten Lizenzen.

Ab dem 31. Juli sollen in Mainz vier bis sechs UMTS-Lizenzen meistbietend versteigert werden. Nach deutschem Recht sind Mehrfachbewerbungen dabei unzulässig. Ein Problem bestand darin, dass France Télécom durch die Übernahme der britischen Gesellschaft Orange indirekt mit 30 Prozent an der Group 3 G beteiligt war sowie auch direkt mit 50 Prozent an der Gruppe mit Mobilcom Multimedia. Die Orange-Anteile an Group 3 G werden nun auf die verbleibenden Partner, die spanische Telefónica und die finnische Sonera aufgeteilt. France Télécom bewirbt sich nur noch im Verbund mit Mobilcom um eine Lizenz.

Insgesamt neun von ursprünglich elf zugelassenen Bewerbern werden somit nach Angaben des Sprechers an der Versteigerung teilnehmen. Nachdem der französische Mischkonzern Vivendi und die Mobilfunkgesellschaft Talkline, eine Tochter der Tele Danmark, ihre Bewerbungen zurückgezogen haben, bleiben als Interessenten noch die vier deutschen Mobilfunknetze T-Mobil (Telekom), D2 (Mannesmann/Vodafone), E-Plus (BellSouth und die holländische KPN) und Viag Intercom (Viag, British Telecommunications und Telenor), ferner debitel (Swisscom), WorldCom (MCI), Mobilcom (Mobilcom und France Télécom), Group 3 G und Auditorium Investments (Hutchinson).

Der Standard UMTS soll wahrscheinlich im Jahr 2002 auf dem Markt eingeführt werden. Die neue Technik ermöglicht neben dem Telefonieren schnelle Datenübertragung per Handy, im Endausbau mit einer Übertragungsrate von zwei Megabit pro Sekunde. Das ist mehr als 200 Mal schneller als die gegenwärtige Datenübermittlung per GSM-Handy, die nur 9600 Bit pro Sekunde leistet.

Wie viel Geld die Versteigerung in den Bundeshaushalt bringt, ist schwer abschätzbar. Experten rechnen mit Erlösen von möglicherweise bis zu 20 Milliarden Mark pro Lizenz, insgesamt also 80 bis 120 Milliarden Mark.

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