Wirtschaft : UMTS-Milliarden: Kaum Einfluss auf die Zinsen

Die UMTS-Milliarden haben am Freitag an den Finanzmärkten offenbar zu keinen besonderen Verschiebungen oder Zinssprüngen geführt. Wie erwartet seien anhand der Geldmarktsätze keine Verwerfungen zu erkennen gewesen, sagte ein Händler am Euro-Geldmarkt in Frankfurt. "Der Transfer der UMTS-Gelder ist offenbar reibungslos über die Bühne gegangen." Der Satz für Tagesgeld - also für tägliche Ausleihungen - habe mit rund 4,6 Prozent im Rahmen des Normalen gelegen. An den Vortagen war er um 4,7 Prozent gependelt.

Händler hatten bereits im Vorfeld nicht mit größeren Zinsveränderungen gerechnet. Auch bei längeren Laufzeiten bestätigte sich diese Erwartung am Freitag. Banken würden als Kreditgeber für die Telekommunikationsunternehmen auf der Zahlerseite ebenso zu finden sein wie auf der Empfängerseite, da der Bund einen großen Teil der Einnahmen umgehend wieder anlegen werde. "Im Kreislauf des Bankensysstems insgesamt ist das Ganze ein Nullsummenspiel", sagte der Händler. Was dem Markt durch die UMTS-Lizenzkäufer entzogen werde, fließe ihm durch den Bund wieder zu, der damit Zinsen für das Geld bekommt, das er erst allmählich in die Tilgung von Schulden stecken kann.

Bereits in den nächsten Wochen sollen im Umfang von rund 40 Milliarden Mark Kredite mit kurzer Laufzeit getilgt werden. Eine größere Aktion steht dann am 2. Januar an. Dann kann das Finanzministerium Anleihen des Ausgleichsfonds Währungsumstellung (AfW) tilgen. Das Volumen dürfte sich dabei bei rund 60 Milliarden Mark bewegen. Der Bund hatte bereits angekündigt, 30 Serien der AfW-Anleihen zum 2. Januar tilgen zu wollen. Bis dahin wird er die Summe bei Banken anlegen. Die AfW-Anleihen waren im Zuge der Währungsumstellung im Zusammenhang mit der deutsch-deutschen Währungsunion im Jahre 1990 aufgelegt worden. Sie gehören zu den wenigen Staatspapieren, die vorzeitig zurückgezahlt werden können, ohne dem Bund dabei höhere Kosten zu verursachen.

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