Wirtschaft : UMTS-Versteigerung: Debitel steigt aus der Auktion aus

Bei der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen in Mainz ist am Freitag der erste Bieter ausgestiegen. Nach 126 Runden teilte Debitel seinen Rückzug mit. Die Gebote lagen am Ende der zweiten Auktionswoche bei 63 Milliarden Mark. DerPräsident der Regulierungsbehörde

Nach dem derzeitigen Stand würde die UMTS-Auktion dem Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) einen Betrag in die Kasse spülen, der fast drei Mal so hoch ist, wie eingeplant. Experten rechnen damit, dass die Erlöse aus der Auktion das britische Ergebnis (75 Milliarden Mark) vom April übertreffen werden. Eichel will die Mittel vollständig zur Tilgung von Staatsschulden verwenden. Dagegen forderte Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) am Freitag eine Beteiligung der Länder an den Erlösen. "Es darf nicht sein, dass der Bund den Verkaufserlös allein einstreicht und die Länder auf den Steuerausfällen sitzen bleiben", sagte Teufel. Zuvor hatte sich auch der Regierungschef von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD), für einen solchen Ausgleich ausgesprochen. Bei den Erlösen aus der Versteigerung, so Teufel, handele es sich um Einnahmen, die bei der Verteilung der Umsatzsteuer zwischen Bund und Ländern berücksichtigt werden müssten.

An der Spitze des Bieterfeldes lag kurz vor Ende der zweiten Auktionswoche E-Plus / Hutchison. Die Bietergemeinschaft war bereit, für eine große UMTS-Lizenz (drei Pakete) mehr als 15 Milliarden Mark zu zahlen. Die Telekom-Tochter T-Mobil hatte zuvor für eine große Lizenz 14,1 Milliarden Mark geboten. In Großbritannien hatte die Tochterfirma One-2-One für zwölf Milliarden Mark eine (kleinere) UMTS-Lizenz ersteigert. Für eine Konzession mit zwei Paketen bewegten sich die Gebote bereits auf zehn Milliarden Mark zu. Beobachter erwarten, dass sich angesichts der hohen Kosten in den nächsten Runden die ersten Bieter aus der Auktion verabschieden könnten. Man befinde sich in einer heißen Phase der Versteigerung, sagte der Präsident der Regulierungsbehörde, Klaus-Dieter Scheurle, dem Inforadio Berlin-Brandenburg. "Ich denke schon, dass das jetzt in die Endphase geht."

Nach dem bisherigen Verlauf müssen Vodafone / Mannesmann, T-Mobil und Mobilcom als die klaren Favoriten gesehen werden. Als starken Bewerber sehen Experten außerdem E-Plus / Hutchison, hinter denen die niederländische KPN und die japanische NTT Docomo stehen. Ein weiterer Bieter ist Viag Interkom, die in der Auktion bislang nicht stark aufgefallen ist. Als Kandidaten für einen Rückzug gelten die Telefongesellschaft Debitel (Swisscom) und das finnisch-spanische Konsortium G3 (Sonera/Telefónica). Anzeichen für einen Ausstieg gibt es aber noch nicht. Die Versteigerung ist erst beendet, wenn keiner der Bewerber in einer Runde neue Höchstgebote vorlegt.

Der Präsident der Regulierungsbehörde Scheurle geht davon aus, dass am Ende fünf Bieter zum Zuge kommen. Der Kauf einer UMTS-Lizenz sei für die Unternehmen sehr lukrativ, sagte er. Denn mit der Lizenz bekämen sie ein hervorragendes Sprungbrett für den europäischen Telekom-Markt. Die Regulierungsbehörde versteigert in ihrer Niederlassung in Mainz die Lizenzen im Auftrag der Bundesregierung. Der Erlös fließt in den Bundeshaushalt und soll zur Tilgung von Schulden eingesetzt werden.

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