Wirtschaft : UMTS-Versteigerung: Versprochen, Herr Minister! (Glosse)

Aus der Reihe "matthies meint"

Dies ist die Zeit der großen Zahlen. Milliarden! Billionen! Selbst die von D. Duck bevorzugten Fantastilliarden scheinen nicht länger unerreichbar, jedenfalls, sofern wir ein solventes Unternehmen sind und, wie Duck, jeden Kreuzer mitnehmen. Zum Beispiel beim Telefonieren: "Ja, Schatzi, ich bin jetzt am Leopoldplatz, setz schon mal die Kartoffeln auf!" - ein kleiner Satz und doch die Basis märchenhaften Überflusses. Die Telekom, unsere gute alte Post, hat aus den dabei hereinkleckernden Gebühren so viel Kasse gemacht, dass sie gerade für 50 Milliarden Dollar ein amerikanisches Telefon-Unternehmen kauft, das seinerseits allein im letzten Halbjahr ungefähr 600 Millionen Dollar versenkt hat. Alles nur, damit wir dereinst Tante Hilde per Handy die Urlaubsfotos schicken können, während der Kühlschrank gleichzeitig über dieselbe Leitung nachschaut, ob in Ecuador die Kindermilchschnitten billiger sind. Doch der Telekom-Rausch nutzt uns ja allen: Längst sind die 20 Milliarden überschritten, die Hans Eichel aus der UMTS-Lizenzversteigerung eingeplant hat. Was macht der Staat, hinter dem sich ja bekanntlich wir alle verbergen, mit dem überzähligen Geld? Der Mittelstand hat schon verlangt, mehr gefördert zu werden, der Unterstand wird nicht lange auf sich warten lassen, und dann kommen noch all die anderen Stände ... Am Ende wird Eichel schätzungsweise nur eine Wahl haben: Jeder Deutsche kriegt einen Tausender, bar, steuerfrei. Zum Dank wollen wir dann auch weiter ganz doll telefonieren. Versprochen, Herr Minister!

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