Umweltpolitik : Berliner Solarhersteller Solon verkauft zu wenig Zellen

Der Umsatz des Berliner Solarherstellers Solon ist in den ersten drei Monaten des Jahres um 76 Prozent eingebrochen. Das schlechte Wetter und die Kreditklemme seien für das Ergebnis verantwortlich, sagte Vorstandschef Thomas Krupke.

BerlinDer Berliner Solarmodulhersteller Solon versucht das Problem jetzt geografisch einzugrenzen. Vorstandschef Thomas Krupke stellte am Dienstag fest, dass fast alle schlechten Nachrichten aus dem sonnigen Süden kommen: In Baden-Württemberg, wo 85 Prozent aller privaten Fotovoltaikanlagen in Deutschland installiert werden, sei der Winter außergewöhnlich lang gewesen. „Bei dem Wetter denkt niemand daran, sich eine Anlage aufs Dach zu setzten“, sagte Krupke dem Tagesspiegel. Und in Spanien habe die Regierung die Förderbedingungen für die Installation von Solarparks dramatisch verschlechtert. Die Folgen kann man an den nun veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal ablesen.

Demnach ist der Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres um 76 Prozent auf 38,3 Millionen Euro eingebrochen – nach 161,6 Millionen im Vorjahreszeitraum. Im operativen Geschäft (Ebit) verbuchte Solon einen Fehlbetrag von 20,76 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2008 hatte der Konzern noch 12,5 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Die im Tec-Dax notierte Aktie brach am Dienstag zeitweise um 15 Prozent ein und lag zum Schluss noch gut sechs Prozent im Minus bei 11,80 Euro.

Neben den unvorhersehbaren Entwicklungen im Süden machte Krupke wie schon bei der Vorlage der Bilanz vor drei Monaten auch wieder die Kreditklemme für das Ergebnis verantwortlich. „Es gibt mehr als genügend Flächen in Deutschland für große Anlagen, aber niemanden, der sie finanzieren will“, sagte Krupke.

Mittlerweile erwirtschaftet Solon mehr als die Hälfte seines Umsatzes im Ausland – vor allem in Österreich, Italien und den USA. Die Zahl der Mitarbeiter stieg innerhalb eines Jahres um 18 Prozent von 800 auf 941. In Österreich und Italien werde derzeit aber nur sehr eingeschränkt produziert. Am Standort Berlin wurden fast alle Überstunden abgebummelt. Krupke sehe aber noch keinen Grund, hier Kurzarbeit anzumelden. kph

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