Umweltschutz : Startschuss für erstes "CO2-freies" Kraftwerk

Der Energiekonzern Vattenfall Europe AG hat in Jänschwalde eine Testanlage für das weltweit erste so genannte CO2-freie Kohlekraftwerk in Betrieb genommen. Der Trick: Das entstehende CO2 wird herausgefiltert und unterirdisch gelagert.

Jänschwalde - Der Energiekonzern Vattenfall Europe will bis 2015 das erste Braunkohlekraftwerk zu Serienreife bringen, das kein Kohlendioxid (CO2) in die Umwelt abgibt. Anschließend sollen alle Kraftwerke umgerüstet werden, sagte Klaus Rauscher, der Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Europe AG. Der Konzern nahm an dem Lausitzer Kraftwerksstandort eine Testanlage für ein "CO2-freies" Kraftwerk offiziell in Betrieb. "Wir wollen die Braunkohle künftig klimafreundlich verstromen", kündigte Rauscher an. Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus forschen deshalb gemeinsam mit Vattenfall an der neuen Technologie.

Bei dem in der Testanlage angewendeten Oxyfuel-Verfahren wird das bei der Kohleverbrennung entstehende CO2 abgetrennt und verdichtet, um es unterirdisch zu lagern. Diese Technologie solle auch in der weltweit ersten Pilotanlage für ein "CO2-freies" Kraftwerk am Industriestandort Schwarze Pumpe zum Einsatz kommen, kündigte Rauscher an. Vattenfall investiere mehr als 60 Millionen Euro in die Anlage, die im Mai 2008 in Betrieb gehen soll.

2020 soll der "Ernstfall" geprobt werden

Vattenfall will nach Rauschers Worten als nächstes zwischen 2012 und 2015 eine großtechnische Demonstrationsanlage von 300 Megawatt Leistung bauen und ab 2020 das erste wirtschaftlich tragfähige "CO2-freie" Kraftwerk betreiben. "Sobald die technologischen Voraussetzungen gegeben sind, werden wir unsere Kraftwerke nachrüsten."

Rauscher warf der EU vor, mit ihren verschärften Vorgaben zu CO2-Emissionen nur die Braunkohle und die ostdeutsche Energiewirtschaft zu treffen. Auf Beschluss der EU-Kommission dürfen die Anlagen in Deutschland zwischen 2008 und 2012 jährlich nur noch 453 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. 2006 waren 471 Millionen Tonnen dieses Klimagases in die Luft geblasen worden. (tso/dpa)

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