Umweltschutz : WWF fordert Kohlemoratorium

Die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) hat ein Moratorium für den Bau neuer Kohlekraftwerke gefordert, solange das Verfahren der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) nicht verbindlich vorgeschrieben ist.

 "Für uns ist es wichtig, dass die EU vorschreibt, dass der Einsatz von CCS Pflicht für Kohlekraftwerke wird, sobald es verfügbar ist. Wir fordern bis dahin ein Moratorium für Kohlekraftwerke", sagte Regine Günther, Leiterin der WWF-Abteilung Klimaschutz und Energie, dem Tagesspiegel am Sonntag. "Denn auf das Versprechen der Industrie, jetzt neue Kohlekraftwerke zu bauen, und sie nachträglich mit CCS auszurüsten, vertrauen wir nicht."

Die WWF-Expertin sprach sich dafür aus, die Erprobung der neuen Technologie voranzutreiben, mit der verhindert werden soll, dass das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre gelangt. Wenn "offene Fragen" zum Verhalten des CO2 unter der Erde zufriedenstellend geklärt seien, könne das CCS-Verfahren einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten - "vor allem in den schnell wachsenden Schwellenländern wie China". "Deshalb muss CCS dann sofort kommerziell eingesetzt werden", forderte Günther. Allerdings sei das Verfahren "keine Lösung, sondern ein Notnagel". Die Zukunft gehöre den erneuerbaren Energien.

Am kommenden Dienstag nimmt der Energiekonzern Vattenfall neben dem Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe in der Lausitz die weltweit erste CCS-Pilotanlage in Betrieb. (Tsp)

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