Umweltverschmutzung : Argentinien geht gegen Shell vor

Jahrelang stellte sich der Ölkonzern Shell stur und beachtete keine Umweltauflagen in Argentinien. Jetzt hat die Regierung Fakten geschaffen. Eine betroffene Raffinerie südlich von Buenos Aires wurde geschlossen.

Buenos AiresWegen Umweltverschmutzung haben die argentinischen Behörden eine Raffinerie des britisch-niederländischen Ölkonzerns Shell schließen lassen. Die südlich der Hauptstadt Buenos Aires gelegene Raffinerie wurde vorsorglich komplett geschlossen. Als Grund gab das Ministerium an, dass Shell keine Genehmigung dafür habe, 18,4 Millionen Liter Wasser pro Stunde aus dem Rio de la Plata zu entnehmen. Außerdem habe eine Untersuchung ergeben, dass durch Lecks in der Fabrik der Boden verseucht werde.

Die Raffinerie werde erst wieder geöffnet, wenn Shell sich an die Gesetze halte und die Sicherheit der Anwohner garantieren könne, erklärte das Umweltministerium. Das Unternehmen gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Die argentinische Regierung und Shell liegen seit Jahren im Streit. Erst vor wenigen Tagen hatten die Behörden angekündigt, Gefängnisstrafen für die Verantwortlichen von Shell zu fordern. Sie werfen ihnen vor, bewusst für eine Diesel-Knappheit zu sorgen - ein Problem, das in Argentinien immer wieder auftritt. Den Verantwortlichen drohen bis zu vier Jahre Haft. 2005 hatte Argentiniens Präsident Nestor Kirchner zu einem Boykott der Shell-Tankstellen aufgerufen, nachdem das Unternehmen seine Preise erhöhen wollte. Er zwang den Konzern damit zu einem Rückzieher. In Argentinien herrscht derzeit eine Energieknappheit, was am besonders strengen Winter in diesem Jahr liegt, aber vor allem am wirtschaftlichen Aufschwung. (mit AFP)

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