Umzug : Norisbank soll nach Berlin kommen

Die Deutsche Bank will ihre Tochter bei der Berliner Bank einquartieren und zum Billiganbieter umbauen.

Stefan Kaiser

Berlin – In Berlin soll sich noch in diesem Jahr eine neue Bank ansiedeln. Wie der Tagesspiegel aus Finanzkreisen erfuhr, plant die Deutsche Bank, die Zentrale ihrer Tochtergesellschaft Norisbank von Frankfurt am Main nach Berlin zu verlegen. „Der ganze Laden soll umziehen“, hieß es. In Berlin solle die Norisbank Räumlichkeiten der Berliner Bank nutzen, die ebenfalls zur Deutschen Bank gehört. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich auf Anfrage nicht zu konkreten Plänen für die Norisbank äußern. Es würden derzeit verschiedene Optionen geprüft, sagte er. Entschieden sei aber noch nichts. Vom Umzug der Zentrale wären nach Tagesspiegel-Informationen knapp 100 Mitarbeiter betroffen.

Die Deutsche Bank hatte im vergangenen Jahr die 98 Filialen der Norisbank mitsamt 334 000 Kunden und rund 400 Mitarbeitern für 420 Millionen Euro von der DZ Bank übernommen und sich dabei auch die Rechte am Markennamen Norisbank gesichert. Die Zentrale der Bank wurde dabei vom Stammsitz Nürnberg nach Frankfurt zur Deutschen Bank verlegt. Derzeit arbeitet Deutschlands größtes Kreditinstitut an einer Umstrukturierung der Tochtergesellschaft und will in Kürze ein neues Konzept präsentieren.

Die Norisbank galt bisher als Spezialist für Ratenkredite. Sie hatte schon im Jahr 2000 als erstes Institut Kredite im Internet mit Sofortzusage angeboten. Nun soll das Institut zu einer Discounter-Bank mit Massengeschäft ausgebaut werden. Wie genau das neue Konzept aussehen wird, ist noch geheim. In Finanzkreisen heißt es, die Bank solle ihre Konkurrenz vor allem mit günstigen Standardprodukten angreifen. Dazu gehören Konsumenten- und Immobilienkredite, einfache Sparprodukte und ein Tagesgeldkonto mit hoher Verzinsung. Ganz glatt scheint die Umstrukturierung bisher nicht zu laufen. Das Projekt hinke dem Zeitplan hinterher, heißt es in der Branche.

Auch die Berliner Bank, ehemals Teil der Bankgesellschaft Berlin, war 2006 für 680 Millionen Euro von der Deutschen Bank gekauft worden. Den rund 1100 Mitarbeitern hatte Konzernchef Josef Ackermann damals eine Jobgarantie für vier Jahre gegeben. Stefan Kaiser

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