Wirtschaft : Unbefriedigendes Ergebnis bei KWU

Preiskampf drückt Gewinn / Siemens kündigt Neueinstellungen an

MÜHLHEIM/MÜNCHEN (dpa/ADN/rtr).Die Siemens AG rechnet für ihren Bereich Energieerzeugung (KWU/Erlangen) erst von 1999 an wieder mit einem verbesserten Jahresergebnis.Trotz gestiegener Aufträge und eines kräftigen Umsatzplus von 19 Prozent sei das Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht befriedigend gewesen, sagte Siemens-Vorstandsmitglied Adolf Hüttl am Dienstag bei der Vorlage der Jahresbilanz der Unternehmenssparte in Mülheim/Ruhr.Für den gesamten Siemenskonzern in Deutschland kündigte Firmenchef Heinrich von Pierer am Dienstag in der "BildÒ-Zeitung erneut mehr als 10 000 neue Arbeitsplätze an.Er begründete die Personalentwicklung mit der sich belebenden Konjunktur.Der Aufschwung sei da. Ein Unternehmenssprecher sagte aber ergänzend, daß Siemens schon im Geschäftjahr 1996/97 in Deutschland rund 11 500 Mitarbeiter neu eingestellt habe.Gegengerechnet werden müßten die Abgänge.Auch für das laufende Geschäftsjahr sei damit eine stabile Beschäftigungszahl zu erwarten.Ähnliches hatte von Pierer auch bei der Bilanzvorlage im Dezember gesagt. Bei Siemens/KWU blieb die Zahl der Mitarbeiter im abgelaufenen Jahr etwa konstant.Durch die Übernahme der britischen Parson Power Generation Systems, Newcastle, kamen 900 Mitarbeiter hinzu.Damit waren zum Jahresende bei KWU rund 20 400 Menschen beschäftigt.Mit weiteren internationalen Zukäufen will sich das Unternehmen auf den verschärften Wettbewerb auf dem Kraftwerksmarkt einstellen, teilte Hüttel weiter mit.Er kündigte an, Siemens/KWU werde sein wichtigstes Geschäftsfeld, die Fossile Kraftwerkstechnik (Öl, Gas, Kohle), in diesem Jahr durch den Kauf der entsprechenden Sparte der britischen Westinghouse Electric stärken.Bis zum Frühjahr rechne er mit der Zustimmung der Kartellbehörden. Schon im Geschäftsjahr 1996/97 (30.September) erwarb Deutschlands führender Kraftwerkshersteller Teile des britischen Kraftwerksbauers Pearsons Power Generation Systems.Mit den aktuellen Zukäufen sowie der für Frühjahr geplanten Akquisition des Brennelemente-Geschäfts der British Nuclear Fuels Plc.im Bereich Kerntechnik sieht Hüttl die "Kompetenz der KWU in allen mit dem Kraftwerksbau und -service verbundenen Lieferungen und LeistungenÒ global gestärkt.Das KWU-Angebot umfaßt zudem Wasserkraftwerke sowie dezentrale Energieversorgung mit Photovoltaik und Brennstoffzellen. Vor allem Niedrigpreise als Folge des scharfen Wettbewerbs auf dem Kraftwerksmarkt schmälerten den Vorsteuer-Gewinn der KWU 1996/97 laut Hüttl auf 255 (Vorjahr: 410) Mill.DM.Mit einer Erholung des Gewinns rechnet Hüttl erst im nächsten Geschäftsjahr.Dagegen stieg der Umsatz im Vorjahr um 19 Prozent auf 9,5 Mrd.DM, während der Auftragseingang um drei Prozent auf 9,3 Mrd.DM zulegte.Damit lag der Auftragsbestand zum Stichtag 30.September mit 20,4 (20,0) Mrd.DM leicht über Vorjahr.Die Zahl der Mitarbeiter weltweit legte durch Zukäufe auf 20 400 (19 500) zu. Die Wirtschaftskrise in Asien ­ wegen seines Nachholbedarfs an Stromerzeugungsanlagen wichtiger Wachstumsmarkt ­ hat Hüttl zufolge das KWU-Geschäft bisher nicht beeinträchtigt.Von den in der Region bestehenden Aufträgen im Wert von 2,4 Mrd.DM, das sind elf Prozent des KWU-Gesamtbestandes, sei keiner verloren gegangen oder gefährdet.Die KWU stelle sich darauf ein, "daß es in Südostasien nicht mehr so weitergeht wie bisherÒ, will aber trotzdem dort weiter Kraftwerke bauen.

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