Wirtschaft : Unbeliebte Gigaliner

Verkehrsminister beraten über Super-Laster

Merseburg - Die Verkehrsminister von Bund und Ländern haben am Dienstag über die Zulassung von 25 Meter langen und bis zu 60 Tonnen schweren Riesen-Lastern, sogenannten Gigalinern, beraten. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe fällten sie jedoch noch keine Entscheidung.

Im Vorfeld hatten sich sowohl Bundesminister Wolfgang Tiefensee (SPD) als auch mehrere Landesverkehrsminister gegen eine flächendeckende Zulassung der sogenannten Gigaliner ausgesprochen. Nach ihrer Ansicht würden die übergroßen Lkw Straßen, Brücken und Tunnel zu sehr belasten. Die Politiker befürchten, dass sich die derzeitigen Probleme mit der Instandsetzung bei einer Zulassung der Gigaliner verstärken könnten. Zudem warnen Experten, dass eine Einführung der großen Laster zulasten des Verkehrsträgers Schiene gehen könnte. Auch der Deutsche Städtetag forderte, die Zulassung der Riesen-Lkw aus Gründen des Umweltschutzes und der Verkehrssicherheit abzulehnen.

Am Dienstag protestierten mehrere Umweltverbände gegen eine mögliche Zulassung von Gigalinern. Vor dem Verkehrsministerium in Berlin machten sie auf Plakaten ihre Auffassung deutlich, dass die schweren Lastwagen einen Zuwachs an Unfallrisiko und Straßenverschleiß bedeuten und der Verkehrsverlagerung von der Schiene Vorschub leisten würden.

Demgegenüber befürworten große Teile der Wirtschaft die Super-Lastwagen. Der Bundesverband des Groß- und Außenhandels (BGA) etwa macht sich für das Fahrzeug stark. „Bis zum Jahr 2015 wird sich der Gütertransport in Deutschland fast verdoppeln“, sagt Gerhard Riemann vom BGA und Geschäftsführer des Logistikkonzerns Imperial. Nur ein Fünftel davon könnten Bahn und Schiff übernehmen, die Hauptlast liege beim Lkw. Deshalb sei der Gigaliner „die einzige Lösung“, meint Riemann. Zwei von ihnen, so die einfache Formel des Wirtschaftsverbandes, würden drei herkömmliche Lastwagen ersetzen, und der Verkehrskollaps wäre abgewendet, Kraftstoffverbrauch und Schadstoffemissionen würden um bis zu 15 Prozent gesenkt.Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar