Wirtschaft : Unbezahlbar

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Mitsubishi ist derzeit das größte Sorgenkind von DaimlerChrysler. Die Verhandlungen über die Zukunft der 37-Prozent-Beteiligung stecken derzeit in der Endphase. Nachdem der von Jürgen Schrempp entsandte Smart-Chef Andreas Renschler unterschiedlich teure Sanierungsszenarien für den viertgrößten Autobauer Japans auf den Tisch gelegt hat, geben nun die Finanzen den Ausschlag über den Sanierungsweg. Jürgen Schrempp schloss am Mittwoch aber auch nicht aus, dass das Engagement beendet wird.

Mit Mitsubishi Motor (MMC) hofft Daimler-Chrysler, am Wachstum des asiatischen Automarktes teilhaben zu können. MMC, Japans einziger defizitärer Autobauer, braucht angesichts hoher Schulden und Verluste dringend Geld für neue Modelle sowie die bevorstehenden Umstrukturierungen. MMC leidet unter den herben Einbrüchen im US-Geschäft. Dort gab es zahlreiche riskante Verkäufe über ungedeckte Kredite. Als die Kunden ihre Darlehen nicht zurückzahlten, wurden Rückstellungen nötig, und zweistellige Umsatzrückgänge rissen ein Milliarden-Euro-Verlustloch in die US-Kasse. Auch der Heimatmarkt bereitet MMC Kopfzerbrechen. Analysten vermissen innovative neue Autos. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr rutschte das Unternehmen erst einmal mit voraussichtlich 567 Millionen Euro Nettoverlust in die roten Zahlen.

Eine Kapitalerhöhung scheint derzeit am wahrscheinlichsten. Hinzu könnten neue Kredite, Schuldenerlasse, die Ausgabe von Anleihen oder andere Möglichkeiten kommen, mit denen auch von institutionellen Investoren Geld eingesammelt wird. Die übrigen MMC-Eigner rechnen damit, dass Daimler-Chrysler mit der Sanierung Mitsubishi noch stärker an sich bindet. Geplant ist, eine engere Zusammenarbeit MMCs mit Chrysler, um Synergien zu steigern. Zudem soll die Produktion in Japan, den USA und Australien gestutzt werden, während das profitable Geschäft in Asien, vor allem in China, ausgebaut werden soll. HB/Tsp

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