Wirtschaft : Und da waren es noch sechzehn

ALFONS FRESE

Und da waren es nur noch sechzehn.In den vergangenen 30 Jahren haben 36 Autohersteller ihre Unabhängigkeit verloren.Und die Übernahme Volvos durch Ford markiert noch lange nicht das Ende der Konzentration.Die Schweden allein sind zu schwach, um den verschärften Wettbewerbsdruck aushalten und die globale Präsenz gewährleisten zu können.Im Nutzfahrzeugbereich sieht das ganz anders aus; gemeinsam mit Scania kann Volvo zu Weltmarktführer Mercedes auffahren.Die Komplettübernahme Scanias ist also der nächste Schritt.Mit dem überraschend hohen Verkaufserlös - die Pkw-Division Volvos wurde zuletzt mit rund fünf Milliarden Dollar bewertet, Ford zahlt nun 6,5 Milliarden - dürfte Volvo die Widerstände des Scania-Mehrheitseigners Investor überwinden und einen schwedischen Lkw-Konzern schaffen können.Ford wiederum zahlt einen hohen Preis für die Weiterentwicklung der Mehrmarkenstrategie: Nach Austin Martin, Jaguar, Lincoln, Mercury kommt nun eine weitere Premiummarke unter das Dach des zweitgrößten Herstellers.Für das Ford-Image ist das förderlich, Synergien in Entwicklung, Beschaffung und Vertrieb sind wahrscheinlich.Ob die Integration ohne Knirschen läuft - GM mußte nach der Übernahme der schwedischen Saab mit Milliardenbeträgen die neue Tochter päppeln - ist heute nicht zu sagen.Jedenfalls hat es am Donnerstag lange Gesichter in Turin und Wolfsburg gegeben.Fiat und VW hatten große Pläne mit Volvo: Die Italiener wollten Pkw und Lkw schlucken, VW mit der Übernahme der Lastwagen endlich in den Bereich der schweren Brummis vorfahren.Die unterlegenen Werber dürfen sich jetzt neu orientieren.VW könnte große Nutzfahrzeuge aus eigener Kraft entwickeln - das kostet Zeit.Wahrscheinlicher ist eine veränderte Partnerwahl - etwa MAN oder Renault.Auf dem Fusionskarussell sind noch einige Pferdchen frei.

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