Wirtschaft : Und ewig hilft der Staat der Bank

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Von Bernd Hops

Bei der Bankgesellschaft Berlin gehen die bösen Überraschungen in die nächste Runde. Zwar hat sich das Land Berlin auf Milliardenrisiken eingelassen, um die Bankgesellschaft für Käufer attraktiv zu machen. 21,6 Milliarden Euro sind es bereits, mit denen das Land maximal für seine Tochter geradestehen muss. Doch nun wird klar: Die bisherigen Verpflichtungen dürften noch nicht einmal ausreichen. Die Bilanzpraxis der Bank war so unübersichtlich, dass weitere Risiken auftauchen, die die potenziellen Käufer nicht übernehmen wollen.

Das erschwert die laufenden Verhandlungen, die Bankgesellschaft endlich zu verkaufen. Am Mittwoch verdichteten sich die Gerüchte, die Norddeutsche Landesbank werde ein Angebot für die Bankgesellschaft abgeben – und zwar für den kompletten Konzern. Aber ohne Streit wird das nicht abgehen. Denn auch bei der NordLB hat der ein oder andere gemerkt, dass man sich immer noch nicht auf alles verlassen kann, was in den Büchern der Bankgesellschaft steht.

Die Chancen für die NordLB, ihr Angebot tatsächlich einlösen zu müssen, sind allerdings eher gering. Denn der Verkauf der Bankgesellschaft hängt an den Beihilfen, die das Land Berlin dem Konzern gewährt. Die müssen aber von der Europäischen Union genehmigt werden. Für deren Ja wäre aber eine wirkliche Privatisierung nötig, die die NordLB wahrscheinlich als öffentlich-rechtliches Institut nicht erfüllen würde. Es bleiben wohl nur die wenigen privaten Investoren wie die US-Investmentgesellschaften Lone Star oder Texas Pacific übrig. Die betonen weiter, an einer Übernahme der Bankgesellschaft interessiert zu sein. Aber sie werden sich dieses Interesse mit jeder neuen schlechten Nachricht immer teurer bezahlen lassen. Die Zeit arbeitet nicht für das Land und sie arbeitet auch nicht für die Steuerzahler.

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