Wirtschaft : Und ewig lockt die Aktie

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Jetzt an die Börse? Die Mehrheit der Großinvestoren sagt: Ja. In einer Umfrage des US-Investmenthauses Merril Lynch waren zwei Drittel von 279 institutionellen Anlegern der Meinung, die Aktienkurse würden in einem Jahr „deutlich höher" liegen als jetzt. Ein gutes Drittel meint sogar, dass die Gewinne pro Aktie bis 2003 zweistellig steigen. Allerdings: US-Titel halten die meisten weiter für zu teuer. Bessere Chancen hätten Euroland und die Emerging Markets. Antizyklisches Handeln, also Kaufen in die Schwäche hinein, hält auch Langzeit-Pessimist Byron Wien inzwischen wieder für angebracht. Der Chefstratege von Morgan Stanley glaubt sogar, dass die 500 größten US-Aktiengesellschaften im S&P500-Index um 20 bis 25 Prozent unterbewertet sind. Bei Anlagen im Dollarraum ist allerdings Vorsicht angesagt. Denn fällt der Dollar weiter, dann frisst das schnell einen Teil der Rendite.

Nicht alle sind optimistisch: Die britische Vermögensverwaltung Odey hält es für möglich, „dass mit Aktien auf Jahre hinaus kein Geld zu verdienen ist". Um Anleger zu ködern, haben sich Geldverwalter und Banken einiges einfallen lassen: So gibt es Fonds, die sichere Zinsen mit Aktien kombinieren (etwa den Wandelanleihe-Fonds der Adig), Zertifikate mit Risiko-Bremse (etwa „Equilibrium" von der Dresdner Bank) oder Fonds, die „Chancen bei fallenden und steigenden Märkten" versprechen. Der HPM Timing Global Plus etwa hat in diesem Jahr knapp 57 Prozent Plus erwirtschaftet. Steigen die Märkte, kauft Fondsmanager Henry Littig weltweit Aktien, sichert sie mit engen Limits nach unten ab und nimmt schnell Gewinne mit. Fallen die Börsen, kauft er Anleihen, Goldaktien und setzt auf Leerverkäufe. moc

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