Unfallzahlen : Senioren leben gefährlicher als Kinder

Deutschlands Straßen sind gefährlich, vor allem für Ältere. Und: Von Jahr zu Jahr nehmen die Gefahren zu. Immer mehr Senioren verunglücken im Straßenverkehr tödlich. 1104 waren es im vergangenen Jahr. Damit waren 27 Prozent aller Menschen, die bei einem Unfall getötet wurden, älter als 65 Jahre.

von

Berlin - 2008 hatte der Anteil der Senioren noch bei knapp 24 Prozent gelegen. „Bezogen auf den Anteil an der Gesamtbevölkerung sind Senioren überproportional Opfer von Verkehrsunfällen“, sagt Thomas Pleines, Chef der Allianz-Versicherungs-AG.

„Der Trend der Vorjahre hat sich leider fortgesetzt“, sagt auch Christoph Lauterwasser. Er leitet das Allianz-Zentrum für Technik (AZT), das sich mit Unfallforschung und -verhütung beschäftigt. Die aktuellen Zahlen bestätigen die Ergebnisse einer groß angelegten Studie der Allianz aus dem Jahr 2009. Damals hatten Lauterwasser und seine Kollegen Versicherungsakten der Allianz-eigenen Haftpflicht- und Kaskokunden sowie die amtlichen Unfallstatistiken ausgewertet. Ihr Fazit seinerzeit: Senioren sind eher Unfallopfer und weniger Unfallverursacher.

Daran hat sich nichts geändert. Kinder, früher die häufigsten Unfallopfer, sind inzwischen weit besser geschützt als Senioren. 91 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren wurden im vergangenen Jahr im Straßenverkehr getötet, deutlich weniger als Rentner. Schuld haben auch die Senioren selbst, kritisiert der AZT-Chef. Rentner würden ihre eigene Fitness oft überschätzen. Und sie schützen sich nicht gut genug, etwa auf dem Fahrrad.

Dabei ist es besonders gefährlich, wenn Senioren auf zwei Rädern unterwegs sind. Um mehr als zehn Prozent ist im vergangenen Jahr die Zahl der älteren Männer gestiegen, die auf dem Fahrrad ums Leben kamen. Anders als Kinder sind viele Ältere Helmmuffel. Auch ältere Fußgänger leben gefährlich – vor allem die Männer. Um erschreckende 16,3 Prozent hat die Zahl der Todesopfer im vergangenen Jahr zugenommen. Verletzungen, die Jüngere überleben, führen bei Älteren oft zum Tod.

6 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben