Wirtschaft : Unilever: Lebensmittelhersteller CMS zahlt 700 Millionen Euro für Geschäft mit Backzutaten

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Der niederländische Lebensmittelhersteller CSM aus Diemen wird von dem Konsumgüter-Konzern Unilever, Rotterdam, das europäische Geschäft mit Backzutaten für 700 Millionen Euro erwerben. Die Firmen unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung. Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden. Für die CSM-Gruppe ist das die größte Übernahme in der Firmengeschichte. Die Sparte von Unilever weist einen Umsatz von 860 Millionen Euro aus. Dadurch wird das Geschäftsvolumen von CSM um 40 Prozent auf rund 3,1 Milliarden Euro erhöht. "Durch die Akquisition avanciert CSM zum weltweit größten Anbieter von Backzutaten und Tiefkühlprodukten für Bäckereien, Caterings- und Aufbackbetriebe", sagte Vorstandschef Jaap Vink dem Handelsblatt. Analysten begrüßten den Zukauf. An der Amsterdamer Börse stieg die Aktie um zehn Prozent auf 22,60 Euro.

Der Umsatz der seit Jahren stark expandierenden CSM-Gruppe hat sich seit 1990 bei deutlichen Gewinnzuwächsen verdreifacht. Dabei entwickelte sich der einstige Zuckerhersteller zum internationalen Spezialisten für Backzutaten. Die Sparte trägt inzwischen knapp die Hälfte des Umsatzes und wird nach der Akquisition fast zwei Drittel ausmachen. Der Auslandsumsatz werde von 73 Prozent auf über 80 Prozent zulegen, sagte Vink. CSM übernimmt Unilever-Betriebe in 13 Ländern. Dazu gehören insbesondere die Meister-Marken-Werke in Deutschland. Fast ein Drittel des Umsatzes des europäischen Back- und Bäckereigeschäftes entfällt auf Deutschland. Hier sind 1050 der 3900 Mitarbeiter beschäftigt, die zu den rund 10 700 CSM-Mitarbeitern hinzukommen. Vink rechnet binnen zwei bis drei Jahren mit Synergievorteilen von 20 Millionen Euro jährlich. Weil der Goodwill von 75 Millionen Euro steuerlich absetzbar ist, betrage der Übernahmepreis netto nur 625 Millionen Euro. CSM wird die Akquisition über Kredite in bar bezahlen.

Über die Übernahme war spekuliert worden, nachdem Unilever die Konzentration auf 400 der einst 1600 Marken ankündigte. Für den Hersteller von Nahrungs-, Reinigungs- und Körperpflegemitteln gehören Backzutaten nicht mehr zum Kerngeschäft. Der Erlös komme der Finanzierung von Akquisitionen zugute, erläuterte ein Firmensprecher. Die Unilever-Aktie gab leicht nach.

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