Wirtschaft : Universal hört auf deutsche Musik

Umsatz und Marktanteil 2005 gestiegen

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Berlin - Der Erfolg deutscher Bands wie Juli oder Tokio Hotel zahlt sich für den Musikkonzern Universal aus. Obwohl der Musikmarkt im vergangenen Jahr erneut schrumpfte, legte das Unternehmen zu. Der Umsatz in Deutschland sei um zwei Prozent gestiegen, während die Erlöse der Branche um 5,8 Prozent gesunken seien, sagte der Chef von Universal Music Deutschland, Frank Briegmann, am Donnerstag in Berlin. Der Marktanteil sei gegenüber dem Vorjahr von 29,5 Prozent auf rund 32 Prozent geklettert. Der Umsatz der deutschen Musikbranche wird auf rund eine Milliarde Euro geschätzt.

Zu dem guten Universal-Ergebnis habe insbesondere die Konzentration auf nationale Künstler beigetragen, sagte Briegmann. Auch 2006 bleibe man im heimischen Markt „voll engagiert“. Neue Platten von Rosenstolz, Juli und Raymon oder eine DVD von Rammstein sollen das Geschäft mit klassischen Tonträgern beleben. Der Umsatz mit CDs werde allerdings insgesamt weiter sinken. „Das Minus dürfte bei drei bis fünf Prozent liegen“, sagte Briegmann. Erlöse im Internet- und Handyvertrieb könnten dies aber ausgleichen. Das Online- und Mobile-Geschäft machte 2005 rund fünf Prozent des Umsatzes von Universal Music aus, 2006 sollen es acht Prozent werden. Universal hat seine Online-Titel zuletzt auf 200 000 verdoppelt. „In vier Jahren werden wir bei rund 30 Prozent Umsatzanteil liegen“, schätzt Briegmann. Der in Paris ansässige Konzernbereich Universal Mobile will im Laufe dieses Jahres ein eigenes, deutsches Mobilfunk-Portal starten. In Deutschland arbeitet Universal mit dem Düsseldorfer Unternehmen Net Mobile zusammen. „Wir wollen nicht nur Musik an die Netzbetreiber liefern, sondern mitgestalten“, sagte Briegmann.

Bewährt habe sich die Einführung eines gestaffelten Preis- und Ausstattungssystems für ausgewählte Künstler. Universal bietet einige CDs im Pur-Format für 9,99 Euro, das Entdeckerformat für Newcomer für 12,99 Euro und ein teureres Deluxe-Format mit zwei CDs oder einer CD und einer DVD an. Die Umsätze seien hier zum Teil um 100 Prozent gestiegen. mot

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