Universitäten : Zu wenig Wissenschaft für die Firmen

Die Wirtschaft profitiert kaum von Berliner Universitäten. Der Transfer sei noch nicht gelungen, erklärte der Präsident der Industrie- und Handelskammer, Eric Schweitzer, am Montag.

Berlin Das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist in Berlin unbefriedigend. „Der Transfer ist uns noch nicht gelungen“, konstatierte Eric Schweitzer am Montag. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer stellte gemeinsam mit Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) und Burkhard Ischler, dem Präsidenten der Unternehmensverbände UVB, eine Broschüre über den Innovationsstandort Berlin vor. Für Wirtschaftssenator Wolf lässt sich der Austausch zwischen Unis und den Unternehmen gewissermaßen beidseitig verbessern. Die Firmen müssten ihre Bedürfnisse identifizieren und auch artikulieren, was bei kleinen Betrieben oft schwierig sei. Und die Hochschulen ihrerseits sollten ihre Angebote transparenter machen, aber überhaupt auch verstärkt die Angebote nach den Bedürfnissen der Wirtschaft ausrichten. Das funktioniere bereits bei der Berufungspolitik an den Unis, sagte Wolf.

Demnach wird zunehmend wissenschaftliches Personal für die fünf Kompetenzfelder eingestellt, auf denen Berlin ein ausgeprägtes Profil hat: Gesundheitswirtschaft, Kommunikation, Medien und Kulturwirtschaft sowie Verkehr und Mobilität. 2009 kommt die Energie hinzu.

Nur an den Ausgaben gemessen steht Berlin nach Baden-Württemberg an der Spitze der Bundesländer. Denn hier gehen Wolf zufolge 3,84 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in den Wissenschaftsbereich, in Baden-Württemberg sind es 4,2 und im Bundesdurchschnitt weniger als drei Prozent. Das gute Abschneiden Berlins verdankt sich indes den staatlichen Hochschulen und Einrichtungen, die Unternehmen geben dagegen relativ wenig aus, seit 2002 stagnieren sogar die F+E-Budgets der Wirtschaft. Vier Fünftel der privatwirtschaftlichen Forschungsausgaben stammen aus der Industrie, „dem Motor der Wirtschaft“, wie Ischler sagte. IHK-Präsident Schweitzer plädierte für „Kooperationsanreize“ für Wissenschaftler und eine „Hall of Fame der besten Ausgründungen“. Zuvor gibt es noch eine Tagung: Am 20. November die 2. Berliner Wirtschaftskonferenz unter dem Motto „Wachstum durch Innovation“ in Adlershof. alf

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