Wirtschaft : Unruhe bei Adtranz in Pankow steigt

BERLIN (chi).Die Zukunft des von der Schließung bedrohten Schienenfahrzeugwerkes von Adtranz in Berlin-Pankow ist weiterhin ungewiß.Auch die dritte Strategierunde der Senatswirtschaftsverwaltung, bei der mit Vertretern des Unternehmens, der Gewerkschaften und des Betriebsrates über mögliche Alternativen für die 350 Mitarbeiter des Werkes gesprochen wurde, endete ohne Ergebnis.Unklar bleibt damit auch, wie weit die Geschäftsführung des Unternehmens mit ihrer Zusage vorangekommen ist, Investoren für die Ansiedlung auf dem Gelände zu suchen.

Iris Trompa, stellvertretende Vorsitzende des Pankower Betriebsrates, sagte, man sei "richtig enttäuscht".Von einer Gesprächsrunde zur nächsten deute die Geschäftsführung Gespräche mit potentiellen Investoren aus der Industrie an, ohne Ergebnisse vorzulegen.Die Unruhe in der Belegschaft sei groß.Die Geschäftsführung will nun bis Mitte Dezember Lösungen vorlegen.Der Vorschlag des Betriebsrates, in Pankow ein Zentrum für die Fertigung von Prototypen für den Nahverkehrsbereich einzurichten, habe aber "keine Chance mehr", sagte Trompa.

Der tief in den roten Zahlen steckende Schienenfahrzeugkonzern Adtranz hatte im Juli angekündigt, das gerade erst ein Jahr zuvor neu errichtete Montagewerk in Pankow bis Ende 1999 schließen zu wollen.Dies sei Teil einer umfassenden Restrukturierung aller zehn deutschen Standorte, mit der zugleich 1400 der insgesamt noch 7400 Arbeitsplätze wegfallen sollen.150 Mitarbeitern in Pankow will der Konzern eine Beschäftigung im Werk Hennigsdorf anbieten.Gegen diese Pläne haben sowohl der Betriebsrat als auch die Senatsverwaltung protestiert.Der Senat hatte den Neubau in Pankow seinerzeit mit insgesamt 18,4 Mill.DM unterstützt.Diese Gelder muß Adtranz im Fall der Schließung zurückzahlen.

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