Wirtschaft : Unruhe im Aufsichtsrat von Siemens

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München - Der Siemens-Aufsichtsrat will sich einem Zeitungsbericht zufolge nun doch kurz vor der Hauptversammlung Ende Januar mit der Schmiergeldaffäre im Konzern befassen. Einen Tag vor der Hauptversammlung am 25. Januar sei eine Sondersitzung des Aufsichtsrates geplant, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Siemens war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Mitglieder des Kontrollgremiums hatten zuletzt Unmut über das Verhalten der Konzernspitze im Schmiergeldskandal geäußert, der das Unternehmen seit Wochen schwer belastet. Bei Siemens wachse die Erwartung an die Konzernspitze, die Aufklärung der Korruptionsdelikte intern stärker voranzutreiben.

Anlass sei die Ausweitung der Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft auch gegen den früheren Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger, berichtete das Blatt weiter. Aufsichtsräte des Konzerns hätten ein Treffen vor der Hauptversammlung zuletzt bei Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer angemahnt. Mitglieder des Kontrollgremiums wollten dabei klären, ob Vorstand und Wirtschaftsprüfer des Konzerns stets mit der nötigen Konsequenz gegen Korruption vorgegangen sind.

Neubürger hatte bei einer Vernehmung der Staatsanwaltschaft am Dienstag bestritten, in den Skandal verwickelt zu sein. Bereits im Dezember hatte der frühere Siemens-Finanzvorstand öffentlich erklärt, er und die anderen Konzernvorstände seien von der Führung der Sparte Com getäuscht worden. Der Finanzchef von Com habe stets beteuert, die Geschäfte seien in Ordnung. AFP/Tsp

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