Wirtschaft : „Unsere Arbeit macht uns Spaß“

Warum in Düren die Gebühren sinken

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Herr Müllejans, in fast allen Städten steigen die Preise für kommunale Dienstleistungen. In Düren nicht. Warum?

Weil der Dürener Service Betrieb so effizient wie ein mittelständisches Unternehmen wirtschaftet. Leistungsmaßstab ist die Industrie, Fehlentwicklungen werden direkt korrigiert. Als Eigenbetrieb erbringen wir seit Jahren neben den kommunalen Leistungen wie Abfallentsorgung, Straßen und Gebäudereinigung oder Friedhofs- und Grünflächenunterhaltung Dienstleistungen für Bürger und Industrie. Wir fegen Unternehmen, machen Winterdienst und vernichten Akten – mit steigenden Zuwachsraten.

Aber warum sind Sie preiswerter?

Unser Motto lautet: Kosten runter, Umsätze rauf, Top-Service. Unsere Arbeit macht uns Spaß. Wir betrachten die Dürener Bürger als unsere Kunden. Und das ist keine Kosmetik: Die Überschüsse, die wir mit freien Dienstleistungen erzielen, kommen den Gebührenzahlern zugute.

Die Mitarbeiter sind zum Sparen bereit?

Ja. Wir mussten natürlich auch Personalkosten senken und haben in acht Jahren mehr als 100 Stellen sozialverträglich abgebaut. Es gibt bei uns keine bezahlte Überstunde. Die Belegschaft erbringt mit weniger Personal mehr und bessere Leistungen zu niedrigeren Preisen. Die Leute sind motiviert, weil sie zeigen wollen, dass sie es können – und weil wir mit dem Sparen oben angefangen haben. Wir haben, wie früher in der freien Wirtschaft, 60 Stunden pro Woche gearbeitet und sind auf dem Müllwagen mitgefahren. Die Organisation ist intelligent, die Kommunikationswege sind kurz und es gibt nur eine einzige Führungsebene.

Wie viel bringt das der Stadt?

Düren spart seit 2001 mehr als eine Million Euro pro Jahr, die Straßenreinigungsgebühren liegen unter dem Niveau von 1998.

Sie führen den Betrieb zusammen mit ihrem SPD-Kollegen. Ein rot-schwarzes Erfolgsrezept?

Die Sache steht im Vordergrund. Der Bürger vertraut uns – wir haben ein sehr gutes Image bei den Dürenern.

Kann Düren ein Modell für größere Kommunen sein?

In Großstädten lässt sich das sicher schwerer umsetzen, weil die Netzwerke von Politik, Gewerkschaften und Verwaltung viel weiträumiger sind. Oft wird gegeneinander gearbeitet, statt miteinander.

Ihr Vorschlag?

Frisches Denken für gute Arbeit.

Das Interview führte

Henrik Mortsiefer

Richard Müllejans (CDU) führt gemeinsam mit Friedhelm

Wirges (SPD) den

„Dürener Service Betrieb“. Der kommunale Eigenbetrieb hat seit 1997 mehrfach Gebühren gesenkt.

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