• Unterhaltungselektronik und Computer wachsen wie erwartet zusammen, was das "Aus" vieler Traditionsfirmen bedeutet

Wirtschaft : Unterhaltungselektronik und Computer wachsen wie erwartet zusammen, was das "Aus" vieler Traditionsfirmen bedeutet

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Die Unterhaltungselektronik verschmilzt mit der Computerindustrie. Dank der Digitaltechnik nimmt die Vernetzung der beiden Bereiche rasant zu - auf der Strecke bleiben die Hersteller von klassischer Unterhaltungselektronik, die nicht das Potenzial haben, bei der Digitaltechnik mitzuhalten. Das sagte Karl Pohler, Vorsitzender der Geschäftsführung von Sony Deutschland, am Donnerstag im Vorfeld der Internationalen Funkausstellung, die Ende August beginnt. "Unsere Konkurrenten kommen aus der Computerbranche", betonte der Sony-Chef. Unternehmen wie Hewlett-Packard, IBM, Compaq und Microsoft drängen verstärkt auf den angestammten Markt der Unterhaltungselektronik.

Die Großen der Branche kontern: Schon seit längerem setzen Sony, Philips und Panasonic auf digitale Systeme. Der Haushalt der Zukunft, so Pohler, sei vernetzt. Vom PC aus würden alle anderen Geräte - Fernseher, Kamera, Telefon oder Drucker - gesteuert und seien miteinander verbunden. Um bei dieser Entwicklung mitzuhalten, ist auch Sony in das Computergeschäft eingestiegen. Seit neun Monaten bietet man das Notebook "Vaio" an, das im privaten Haushalt eine solche Zentralstellung einnehmen könnte.

Auch auf der Funkausstellung will Sony seinen Schwerpunkt auf die digitale Vernetzung legen. Präsentiert werden digitale Camcorder sowie die digitale Fotobearbeitung via Notebook und einem neuen von Sony entwickelten Speichermedium namens "Memory Stick". Sowohl dem "Digital Video" als auch dem "Digital Imaging" werden ein Marktwachstum von 70 Prozent allein in diesem Jahr vorausgesagt. Ebenfalls im Zentrum der Sony-Aktivitäten: die digitale Video-Disc DVD (digital versatile disc). Hier will man die Synergien mit der Schwester ColumbiaTristar weiter ausbauen. "Der DVD-Markt wird sich in diesem Jahr verdoppeln", sagt Sony-Manager Leo Bonengl.

Wie die gesamte Branche scheint auch Sony das Tal der Tränen hinter sich zu haben. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen erstmals seit sechs Jahren wieder einen Gewinn - nämlich in Höhe von 30 Mill. DM. Im ersten Quartal dieses Geschäftsjahres (April bis Juni) konnte Sony seinen Umsatz um vier Prozent auf 424 Mill. DM erhöhen und mit einem Plus von 0,5 Prozentpunkten seine Marktanteile auf 16,4 Prozent steigern. In nahezu allen wichtigen Bereichen der Unterhaltungselektronik ist Sony in Deutschland Marktführer.

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