Unterhaltungsindustrie : Micky kauft Marvel

Micky Maus und Spider-Man ziehen zusammen: Der Unterhaltungsriese Disney kauft die Comic-Schmiede Marvel Entertainment für etwa vier Milliarden Dollar.

Eberhard Krummheuer (HB)
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Spiderman gehört genauso wie X-Man, die Fantastic Four, Hulk oder Iron Man zum traditionsreichen Marvel-Verlag. -Foto: dpa

New YorkMicky Maus und Spider-Man ziehen zusammen: Der Unterhaltungsriese Disney kauft die Comic-Schmiede Marvel Entertainment für etwa vier Milliarden Dollar. Aus dem traditionsreichen Marvel-Verlag kommen auch Superhelden wie die X-Men, die Fantastic Four, Hulk oder Iron Man.

Disney soll mit der Übernahme die Rechte für alle der insgesamt mehr als 5000 Marvel-Figuren bekommen, teilten die Unternehmen am Montag mit. Marvel war in den vergangenen Jahren neben dem angestammten Comic-Geschäft vor allem mit Film-Versionen erfolgreich, die meist mehrere hundert Millionen Dollar pro Streifen einspielen.

Gerade im Film-Geschäft dürfte es aber noch dauern, bis Disney von den bekanntesten Marvel-Figuren richtig profitieren kann: Der Comic-Verlag war bereits Produktions- Partner- schaften mit großen Holly- wood- Studios eingegangen. Diese Kooperationen werden bis zum Auslaufen fortgesetzt, betonte der Disney-Konzern in einer Telefon-Konferenz.

Das bedeutet, dass die „Spider-Man“-Filme mit Tobey Maguire vorerst weiterhin von Sony herausgebracht werden und die „X-Men“-Streifen von dem Konkurrenten 20th Century Fox. Die Fortsetzung der Reihe „Iron Man“, die 2010 ins Kino kommen soll und gerade mit Robert Downey Jr, Scarlett Johansson und Edward Norten gedreht wird, verantwortet das Studio Paramount.

Der Disney-Konzern will mit der Marvel-Übernahme eine Lücke schließen: Während mit der Serie „Hannah Montana“ ein riesiger Erfolg bei Mädchen gelang, hat der Konzern die Zielgruppe der Jungs bisher deutlich schlechter im Griff. Nicht zu unterschätzen ist auch die Möglichkeit, neue Attraktionen mit den Marvel-Helden für die Disney-Freizeitparks zu entwickeln.

Marvel bekommt mit der Übernahme den Zugriff auf die Disney-Vermarktungsmaschine, mit der noch mehr Fanartikel verkauft werden können.

Marvel ist der erste große Zukauf von Disney nach dem Erwerb des Animationsstudios Pixar (unter anderem „Toy Story“ und „Findet Nemo“) von Apple- Chef Steve Jobs.

Mit der Übernahme für 7,4 Milliarden Dollar in Disney-Aktien zog Jobs als Großaktionär in den Verwaltungsrat des Unterhaltungsriesen ein und die Pixar-Kreativen besetzten führende Positionen in Disneys Trickfilmsparte.

Für die Marvel-Aktionäre bedeutet das Angebot im Wert von 50 Dollar je Anteilsschein einen Aufpreis von mehr als 29 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Sie sollen pro Marvel-Aktie 30 Dollar in bar sowie 0,745 Disney-Aktien bekommen.

Dem Deal müssen noch die Marvel-Aktionäre zustimmen. Dort soll sich, was die Geschäfte angeht allerdings wenig ändern. Der bisherige Chef Ike Perlmutter soll den Comic-Verlag auch im Disney-Konzern weiterbetreuen. (dpa)

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