Unternehmen : Lastwagenbauer MAN stoppt die Bänder

Halb soviele Aufträge gingen in der Mitte des Jahres ein. Die schwache Nachfrage zwingt den Zugmaschinenhersteller zu 50 Tagen Werkspause. Schwierige Zeiten zeiehen auf, denn die Krise scheint kein Ende zu haben.

Thomas Magenheim
Man Foto: ddp
Hier wird noch gearbeitet, doch die Bänder im Stammwerlk von MAN stehen still. -Foto: ddp

MünchenBeim Münchner Mischkonzern MAN stehen 2009 in allen Lkw-Werken für 40 bis 50 Tage wegen des Konjunktureinbruchs die Bänder still. Er hoffe, mit Zwangsurlaub und dem Abbau von Arbeitszeitkonten über die Runden zu kommen, schließe aber Kurzarbeit nicht aus, sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson am Mittwoch in München. Vor allem Anfang 2009 will er das Tempo drosseln und die Produktion um ein Drittel senken.

Für die zweite Jahreshälfte droht weiteres Ungemach. Leiharbeiter sind schon jetzt betroffen. Der Abbau laufe, sagte Finanzchef Karlheinz Hornung. Von den in der Lkw-Sparte 2600 Leiharbeitskräften seien Ende 2009 wohl „fast alle“ weg, sagte er angesichts einbrechender Aufträge. An einen Abbau beim 50.000 Menschen zählenden Stammpersonal denke man derzeit nicht.

Zwischen Juli und September 2008 wurden bei MAN 14.000 Lkw bestellt, halb so viele wie ein Jahr zuvor. Das liege auch daran, dass Banken für den Lastwagenkauf keine Kredite mehr geben. „Wir haben eindeutig eine Kreditklemme, das ist nicht normal", fand Hornung. Er widersprach damit Bank-Vorständen, die eine Verknappung der Kredite dementieren.

Hornung erzählte, er kenne Fälle, wo zugesagte Kreditlinien über Nacht gekündigt wurden oder Kreditverträge von Banken nicht eingehalten werden. „Auch unsere mittelständischen Zulieferer haben ein richtiges Problem, Banken weigern sich schlicht, bestehende Verträge zu erfüllen“, sagte er.

Normal sei in der Lkw-Industrie ein Abschwung von bis zu eineinhalb Jahren, ergänzte Samuelsson. MAN stelle sich aber darauf ein, dass er diesmal bis ins Jahr 2010 hinein dauern werde. Vor allem für die Lkw werde 2009 ein sehr schwieriges Jahr. Für die beiden anderen Bereiche – Großdieselmotoren für Schiffe und Kraftwerke sowie Turbomaschinen – sehe er 2009 dagegen ungebrochen gute Geschäfte auf dem Niveau von 2008, sagte der Konzernchef.

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