Wirtschaft : Unternehmen mit Standort Deutschland unzufrieden

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Der Standort Deutschland ist für die Wirtschaft nur mäßig attraktiv. Zu hohe Steuern und Sozialabgaben, ein stark regulierter Arbeitsmarkt sowie ein unmodernes Bildungsysstem behinderten das Wachstum, klagt eine Mehrheit von 20 000 Unternehmen in einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). "Bürger und Wirtschaft empfinden die Abgabenbelastung als nicht mehr akzeptabel", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben bei der Vorstellung der Studie am Freitag in Berlin. Flexiblere Arbeits- und Tarifregeln sowie moderate Lohnabschlüsse seien nötig. Insgesamt bewerteten die Firmen den Standort mit "gerade mal befriedigend", sagte Wansleben.

Der beste von 69 Standorten innerhalb Deutschlands ist Frankfurt (Main), gefolgt von Offenbach, Aschaffenburg, Fulda und Hamburg. Die Unternehmen bewerteten subjektiv Faktoren wie Nähe zu Kunden und Lieferanten, Bildungsstätten, Infrastruktur, Kosten und Qualität der lokalen Behörden. In den neuen Ländern schnitt Rostock auf Platz 28 am besten ab. Die meisten übrigen Regionen im Osten Deutschlands landeten nur auf Plätzen im unteren Drittel. Berlin kam als schlechteste Metropole nur auf Platz 59. Das Schlusslicht war Cottbus. Schuld an der schlechten Standortbewertung des Ostens sei vor allem das negative Image der Region, sagte DIHK-Mann Wansleben. Eine große Rolle spielten vor allem die Verkehrsanbindung und die Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte.

Eine Ursache der Standortprobleme hier zu Lande sind laut Daimler-Chrysler-Finanzchef Manfred Gentz auch die zu hohen Erwartungen der Deutschen an die Marktwirtschaft. "Unsere Gesellschaft muss lernen, mit sozialen Härten und Ungerechtigkeiten zu leben", sagte der Manager am Donnerstagabend bei einer Diskussion zum 100-jährigen Bestehen der IHK Berlin. Er kritisierte die zu hohe soziale Absicherung. Das Sozialsystem müsse mehr Anreize für Arbeitslose schaffen, sagte Gentz. "Die soziale Marktwirtschaft hat die Leistungsanreize falsch gestellt. Besonders die Absicherung für untere Lohngruppen ist zu hoch", urteilte er.

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