Wirtschaft : Unternehmen plant auch Rückzug von der Börse

Die britische Unternehmensgruppe Caradon hat den Fenster- und Türenbauer Weru (Rudersberg) an einen Finanzinvestor verkauft. Wegen der schwierigen Lage auf dem Markt plant Weru außerdem den Rückzug von der Börse. Man strebe die Einstellung der Börsennotierung der Weru-Aktien an, um auf diesem Weg mehr Handlungsfreiheiten für gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen zu bekommen, teilte Finanzvorstand Thomas Becker am Dienstag mit.

Dies müsse die Hauptversammlung beschließen. Im im Moment sei nicht beabsichtigt, die Rechtsform des Unternehmens zu ändern. Den freien Aktionären soll in den nächsten Tagen ein Übernahmeangebot gemacht werden. Der Kurs der Weru-Aktie ist seit Jahren kontinuierlich gefallen.

Die Caradon plc., Weybridge, hat ihr Aktienpaket von 94,04 Prozent an die TFB Fenster Beteiligungs GmbH, Frankfurt (Main), verkauft. Diese befindet sich mehrheitlich im Besitz des Triton Fonds, der von der Triton Beteiligungsberatung GmbH, Frankfurt(Main), beraten wird. Der Triton Fonds ist schwerpunktmäßig in Mittel- und Nordeuropa tätig und investiert vorwiegend in mittelgroße Unternehmen.

Die TFB will die noch knapp sechs Prozent im Streubesitz befindlichen Weru-Aktien übernehmen und bietet deshalb den Aktionären einen Preis von 260 Euro pro Aktie. Dieses Angebot liege um 24 Prozent über dem aktuellen Börsenkurs, hieß es. Weru rechnet damit, den Umsatz in diesem Jahr knapp auf Vorjahresniveau (374,7 Millionen Mark/187,4 Millionen Euro) halten zu können.

Materialpreiserhöhungen, die sich derzeit am Markt abzeichneten, könnten das Ergebnis des Fensterbauers nochmals belasten. Noch im Sommer hatte Weru angekündigt, den Ertrag 1999 bei konstantem Umsatz um fünf bis zehn Prozent steigern zu können. Der Überschuss des Geschäftsjahres 1998 war von 38,7 auf 8,5 Millionen Mark gesunken.

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