Wirtschaft : Unternehmen T auf neuem Kurs

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Von Corinna Visser

Wer hätte das gedacht: Der neue TelekomChef Kai-Uwe Ricke hält, was er versprochen hat. Der Konzern schreibt jetzt im zweiten Quartal hintereinander schwarze Zahlen, und auch der Schuldenabbau kommt voran. Sogar schneller als geplant. Dass er es ernst meinte mit dem Sparen und dem Neuausrichten des Konzerns, das hatte man Ricke zwar abgenommen. Es fiel dennoch schwer zu glauben, dass es ihm auch gelingt, den Konzern in so kurzer Zeit auf den neuen Kurs zu bringen. Das Minus lag im vergangenen Jahr immerhin bei knapp 25 Milliarden Euro, die Schulden standen am Jahresende bei 65 Milliarden Euro.

Harter Sparkurs auf der einen Seite, profitables Wachstum auf der anderen Seite – das ist die schwierige Gratwanderung, auf die Ricke das Unternehmen ausgerichtet hat. Die Strategie scheint aufzugehen. Und das heißt auch, dass es richtig war, das Unternehmen nicht zu zerschlagen, so wie es viele Kritiker nach dem Ausscheiden Sommers gefordert hatten. Der Wachstumsmotor ist immer noch das Mobilfunkgeschäft – inklusive der Tochter T-Mobile USA, deren Verbleib im Konzern sehr umstritten war.

Doch auch Ricke weiß, dass noch viel zu tun ist. Die Telekom hat nicht nur wie alle anderen Unternehmen mit dem schwachen konjunkturellen Umfeld zu kämpfen. Sie muss mit dem geplanten Personalabbau vorankommen. Die eigens gegründete Personal Service Agentur, die freiwerdende Mitarbeiter in neue Jobs bringen soll, hat es momentan schwer, das Personal unterzubringen. Weitere Unsicherheiten stecken für die Telekom in dem neuen Telekommunkationsgesetz, an dem die Regierung derzeit arbeitet. Das neue Gesetz wird bestimmen, in welchem Umfang die Telekom künftig reguliert wird, und damit ihren Handlungsspielraum festlegen. Gleichzeitig muss sie auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähiger werden. Ricke hat zwar den schwierigen Anfang geschafft. Jetzt muss er das Unternehmen T auch in der Aufwärtsbewegung halten.

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