UNTERNEHMEN : UNTERNEHMEN

VATTENFALL

Stellenabbau schneller als geplant Der schwedische Energiekonzern Vattenfall wird seine Stellenabbaupläne womöglich früher erreichen als geplant. „Stand heute suchen wir noch für 400 Kollegen aus der Lausitz, Hamburg und Berlin eine Lösung“, sagte Vattenfall-Deutschland- Sprecher Stefan Müller dem Tagesspiegel am Donnerstag. Die Zentrale in Stockholm hatte im Frühjahr angekündigt, in diesem und im kommenden Jahr insgesamt konzernweit 2500 Vollzeitstellen streichen zu wollen, 1500 davon in Deutschland. Müller bekräftigte, der Abbau solle ohne betriebsbedingte Kündigung erreicht werden. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte den Abbau bei der Kundendienst-Tochter Vattenfall Europe Business Services, wo die Belegschaft in Berlin, Hamburg und Cottbus von knapp 1400 auf 400 schrumpfen soll. Es drohten ein Verlust von Wissen und Ausbildungsplätzen an den Energiestandorten. kph

DEUTSCHE BANK

Entlassene kämpfen vor Gericht

Die im Zuge des Zinsskandals vor die Tür gesetzten Händler der Deutschen Bank wehren sich vor dem Frankfurter Arbeitsgericht gegen ihre Entlassung. Vier Mitarbeiter klagten auf Wiedereinstellung, sagte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag. Die Verhandlung sei nach vorläufiger Planung für den 20. November angesetzt. Weitere Details nannte sie nicht. Aus Finanzkreisen verlautete, eine gütliche Einigung mit den Mitarbeitern sei gescheitert. Ein fünfter Händler habe aber eine Aufhebungsvereinbarung angenommen, sagte ein Insider. Die Deutsche Bank wollte sich zu den Klagen und damit eventuell verbundenen finanziellen Forderungen – etwa Bonusansprüche – nicht weiter äußern.Die fünf Frankfurter gehörten zum Geldmarktteam und waren unter anderem an der Festsetzung des in Europa wichtigen Euribor beteiligt. rtr

SOLARWORLD

Umsatz geht massiv zurück

Der schwer angeschlagene Solarkonzern Solarworld verliert im operativen Geschäft weiter Geld. Nach einem Verlust von 69 (Vorjahr: 144) Millionen Euro vor Steuern und Zinsen hatte das Unternehmen Ende Juni noch 162 Millionen Euro auf der hohen Kante, wie Solarworld am Donnerstag erklärte. Das sind 62 Millionen weniger als Ende Dezember. Grund für die anhaltenden Verluste ist ein Einbruch des Geschäfts. Der Umsatz sei im ersten Halbjahr um 41 Prozent auf 201 Millionen Euro gesunken. Weltweit schrumpfte der Absatz auf 233 Megawatt, nach 334 Megawatt im Vorjahr. Solarworld hofft bis zum 7. August auf die Zustimmung der Anleihegläubiger zur Bilanzsanierung, die über einen Schuldenschnitt bewerkstelligt werden soll. rtr

NOKIA

Finnen schaffen Anschluss nicht

Nokia macht kaum Fortschritte bei seiner Sanierung. Der Umsatz stürzte im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro ab, wie das finnische Unternehmen mitteilte. Analysten hatten Nokia im Schnitt 6,4 Milliarden Euro zugetraut. Der Konzern verkaufte weniger Smartphones und normale Handys als gedacht. Der Lumia-Absatz erhöhte sich nur um 32 Prozent auf 7,4 Millionen Stück. Mit der Smartphone-Serie wollen die Finnen den riesigen Abstand zu Apple und Samsung verringern. Nokia macht dagegen noch immer den Großteil seines Umsatzes mit einfachen Handys, denen keine rosige Zukunft mehr zugesagt wird. Hier fiel der Absatz um vier Prozent auf 53,7 Millionen Geräte.rtr

AMERICAN AIRLINES

Fluglinie verdient wieder Geld

Die Fluggesellschaft American Airlines ist kurz vor der Fusion mit US Airways in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Mutterkonzern AMR vermeldete am Donnerstag für das zweite Quartal einen Überschuss von 220 Millionen US-Dollar (167 Millionen Euro), obwohl hohe Sanierungskosten das Ergebnis weiterhin belasteten. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Verlust von 241 Millionen Dollar gestanden. Ohne Sanierungskosten hätte AMR diesmal 357 Millionen Dollar verdient. Der Zusammenschluss mit dem Wettbewerber US Airways soll wie geplant bis Ende September über die Bühne gehen. Der Umsatz von AMR blieb von April bis Juni mit 6,45 Milliarden Dollar praktisch auf dem Niveau des Vorjahresquartals. dpa

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