Wirtschaft : UNTERNEHMEN

COMMERZBANK

Spezialeinheit für toxische Papiere

Frankfurt/Main - Im Kampf gegen die Finanzkrise verkauft die Commerzbank risikoreiche Wertpapiere über eine eigene Spezialabteilung. Aufgabe der sogenannten „Restrukturierungseinheit“ sei es, Wertpapiere zu veräußern, die nicht von strategischer Bedeutung seien, sagte eine Sprecherin. Die Abteilung erledige zwar ähnliche Aufgaben wie eine „Bad Bank“, sei jedoch nicht grundsätzlich damit vergleichbar. In Deutschland wird seit Wochen über die Einrichtung sogenannter Bad Banks diskutiert, an die Banken faule US-Hypothekenpapiere abgeben können. In der Finanzbranche werden die Papiere auch als „Giftmüll“ bezeichnet, weil sie im Zuge der Finanzkrise so gut wie unverkäuflich sind. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte eine zentrale Bad Bank abgelehnt. Diskutiert wurde deswegen darüber, ob Banken nicht eigene Bad Banks gründen können, um ihre Bilanzen von den Wertpapieren zu befreien. AFP

DEUTSCHE TELEKOM

Kampf um den Mittelstand

Bonn - Die Deutsche Telekom will mit einer Neuordnung ihres Firmenkundengeschäfts Marktanteile gewinnen. Neue Produkte, aggressivere Preise und ein besserer Service sollen den Umsatz mit dem Mittelstand steigern, wie Telekom-Festnetzchef Timotheus Höttges am Freitag ankündigte. Als größten Konkurrenten sieht die Telekom derzeit Vodafone an. Im Rahmen der Neuordnung soll sich die Telekommunikations- und IT-Sparte T-Systems auf Projekte mit der öffentlichen Hand und rund 400 Großkunden wie Volkswagen konzentrieren. Die 160 000 mittelständischen Firmenkunden der Telekom werden künftig von der Festnetzsparte und von der Mobilfunktochter T-Mobile betreut. Höttges räumte ein, dass sein Unternehmen den Bedarf des Mittelstandes an Komplettlösungen überschätzt habe. „Wir haben nun als Management eine Rolle rückwärts gemacht“, sagte der Manager.rtr

SYNGENTA

Mehr Gewinn mit Pflanzenschutz

Basel - Reiche Ernte beim weltweit führenden Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta: Einen Rekordgewinn von umgerechnet 1,1 Milliarden Euro hat der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut 2008 erzielt. Das waren 25 Prozent mehr als 2007, wie der Konzern am Freitag in Basel mitteilte. Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr dank des Nachfrageschubs bei Nahrungs- und Futtermitteln sowie der Ausweitung der Anbauflächen um 26 Prozent auf neun Milliarden Euro. Dabei nahmen die Absatzmengen um 15 Prozent zu. Preiserhöhungen machten sechs Prozent aus. Auch für das laufende Jahr rechnet Konzernchef Mike Mack ungeachtet der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise mit Zuwachs. Bis 2010 will der Konzern 466 Millionen Euro in neue Produktionsanlagen investieren. dpa

LADA

Produktionsstopp an der Wolga

Moskau - Die Produktion der russischen Automarke Lada ist auf unbestimmte Zeit gestoppt. Dem Unternehmen AvtoVAZ in Togliatti an der Wolga fehle der Nachschub an nötigen Bauteilen, erklärte am Freitag eine Firmensprecherin. Nach Angaben von Analysten wollen die Zulieferer wegen der aufgelaufenen Schulden Lada meist nur noch gegen Barzahlung beliefern. Der Absatz von Lada ist mit der Rezession in Russland massiv eingebrochen. Im Januar verkaufte AvtoVAZ nur noch rund 29 000 Ladas statt der üblichen 50 000 bis 60 000. Im Jahr 2008 verkaufte der Hersteller, an dem die französische Renault zu 25 Prozent beteiligt ist, 624 000 Autos in Russland und 100 000 im Ausland. AP

VOLVO

Busse und Lkw bleiben stehen

Göteborg - Der schwedische Nutzfahrzeug-Konzern Volvo ist im Gefolge der Wirtschafts- und Finanzkrise zum Jahresschluss 2008 stärker in die Verlustzone geraten als erwartet. Wie das Unternehmen am Freitag in Göteborg mitteilte, brachte das vierte Quartal einen Nettoverlust von umgerechnet 123 Millionen Euro, verglichen mit 388 Millionen Euro Gewinn vor Jahresfrist. Im gesamten Jahresverlauf fuhr der zweitgrößte Lastwagen- und Bushersteller der Welt 2008 einen Gewinn von umgerechnet 950 Millionen Euro und damit 33 Prozent weniger ein als 2007. Trotz der negativen Entwicklung und des Abbaus von 16 200 Arbeitsplätzen im vergangenen Jahr will Volvo eine Dividende von zwei Kronen je Aktie ausschütten. Volvos Pkw-Sparte gehört seit 1999 zu Ford. dpa

VOITH

Anlagenbauer streicht 900 Stellen

Heidenheim - Der Anlagenbauer Voith will wegen der Krise in der Papierindustrie weltweit 900 Stellen abbauen. Der Abbau soll möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, sagte ein Sprecher. Das Unternehmen setze dabei unter anderem auf freiwillige Abfindungen. Betroffen seien lediglich die Beschäftigten beim Papiermaschinenhersteller Voith Paper. Deutschlandweit gehe es um rund 500 Stellen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben