Wirtschaft : UNTERNEHMENSBERATER

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Mit dem Skandal kam das Geschäft: Als vor zwei Jahren klar wurde, dass die Bundesanstalt für Arbeit ihre Vermittlungsergebnisse nur auf dem Papier erzielt, war auch klar, dass sie von alleine die Kurve nicht kriegt. 832000 Euro hat die Arbeitsbehörde im Jahr 2002 für externen Sachverstand ausgegeben. Im kommenden Jahr wird sie 40 Millionen Euro dafür locker machen. Dazu kommt noch einmal dieselbe Summe, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Behörde – und Werbeagenturen, Kommunikationsberater – locker gemacht werden. Und dazu noch millionenschwere Beratungsposten, die in einzelnen Bereichen – wie beim Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung oder in den regionalen Arbeitsämtern – anfallen.

Die Branche externer Sachverstand ernährt Hunderte von Wissenschaftlern und Beratern. Das ist ausdrücklich so gewollt. Zu lange habe die Behörde nur dem eigenen Wissen getraut und sei damit auf die Nase gefallen, werfen ihr Kritiker vor. Ein Markt, von dem vor allem große Unternehmensberatungen profitieren: McKinsey, Roland Berger, Accenture & Co. helfen den Nürnbergern, das Arbeitsamt der Zukunft zu erfinden, eine einheitliche Architektur für das Datennetz der Behörde zu entwickeln (und zu benutzen) und die neue Bundesagentur öffentlich zu präsentieren. Doch auch kleinere Agenturen mit einem besonderen Profil verdienen mit: Wie die PR-Agentur WMP Eurocom, die 1,3 Millionen Euro für die Schärfung des Profils der Bundesanstalt bekommen sollte. Das Projekt wurde inzwischen gestoppt.

Zwar soll der größte Teil der Schulungen intern geleistet werden. Doch bis die „Change Agents“ – Mitarbeiter, die im behördeneigenen Schulungszentrum vorbereitet werden – wissen, was sie ihren Kollegen beibringen sollen, ist schon viel Geld ausgegeben: Dutzende von Unternehmensberatern mit Tagessätzen zwischen 1000 und 2000 Euro kümmern sich um die Beamten. uwe

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