Unternehmensbilanz : Dekra wächst schneller als der Markt

Die international tätige Sachverständigen-Organisation Dekra hat im Geschäftsjahr 2006 neue Bestmarken bei Umsatz und Gewinn erzielt und neue Arbeitsplätze geschaffen. 2007 werden nochmals 1500 Mitarbeiter eingestellt.

Stuttgart - Wie der Vorstandsvorsitzende der Dekra AG, Klaus Schmidt, in Stuttgart berichtete, stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 11,3 Prozent auf über 1,3 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn vor Steuern kletterte um 80 Prozent auf 73,1 Millionen Euro. Der Prüfkonzern stellte 2006 zusätzlich mehr als 1300 Mitarbeiter ein und beschäftigt derzeit 16.100 Menschen. Im laufenden Jahr will Dekra die Belegschaft um weitere 1500 Mitarbeiter aufstocken. Gewinn und Umsatz sollen 2007 erneut zweistellig wachsen, sagte Schmidt.

Der Dekra-Chef hat hohe Ziele. Das Rekordergebnis von 2006 eröffnet dem Unternehmen neue Wachstumspfade, sagte Schmidt. Insbesondere im Industrie-Prüfgeschäft, wo am 1. Januar 2008 die Tüvs ihr Monopol verlieren, werde Dekra die Ex-Monopolisten flächendeckend angreifen. Als Zielvorgabe für den Umsatz im Jahr 2010 nannte Schmidt zwei Milliarden Euro. "Wir haben die Marktführerschaft im europäischen Industrie-Prüfgeschäft im Visier", sagte Schmidt. Das Segment Industrieprüfungen verspreche Dekra ein erhebliches Wachstum. Insbesondere die deutschen Industriekunden wünschten Alternativen zu den bisherigen Monopolisten.

Europäische Marktführerschaft im Visier

Zum wirtschaftlichen Erfolg der Dekra haben nach Angaben von Schmidt alle Geschäftsbereiche wie Fahrzeugprüfungen, Gutachten, Umwelt- und Arbeitsschutz sowie Aus- und Weiterbildung beigetragen. Bei der periodischen Fahrzeugüberwachung habe Dekra die europäische Marktführerschaft mit 22 Millionen Prüfungen weiter gestärkt. Wichtiger Wachstumsmotor im Konzern seien auch die Personaldienstleistungen. Mit dem breit gefächerten Angebot von Qualifizierung bis hin zur Zeitarbeit habe Dekra im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 32 Prozent auf 259 Millionen Euro steigern können. Im laufenden Jahr soll der Umsatz auf 300 Millionen Euro wachsen.

Während die Dekra gegenwärtig im Bereich Auto-Dienstleistungen noch über 65 Prozent des Gesamtumsatzes im Konzern mache, solle dieser Anteil bis zum Jahr 2010 am Gesamtumsatz auf etwa 50 Prozent sinken. Gleichzeitig werde bis zu diesem Jahr das Industrie-Prüfgeschäft und die Personaldienstleistungen auf rund 50 Prozent des Umsatzes steigen, sagte Schmidt voraus.

Für das Wachstum zieht Dekra auch weitere Akquisitionen und strategische Allianzen in Betracht. Schmidt sagte: "Die Dekra verfügt über die dafür erforderlichen Ressourcen." Er fügte hinzu: "Wir wachsen definitiv schneller als der Markt." Gegenwärtig ist die Dekra in 27 Ländern Europas tätig, darüber hinaus in den USA, Brasilien, Südafrika und China. Insgesamt zählen 125 Tochtergesellschaften zum Konzern. Rund 25 Prozent der Beschäftigten arbeiteten im Ausland. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar