Wirtschaft : Unternehmensnachfolge: Bundesregierung will unternehmerischen Generationswechsel fördern

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) hat an Firmeninhaber appelliert, die Unternehmensnachfolge aktiv und rechtzeitig zu planen. Jährlich müssten rund 6000 Familienbetriebe ihre Pforten schließen, weil die Nachfolge gar nicht oder nicht eindeutig geregelt sei, sagte Müller am Montag in Berlin bei der Auftaktveranstaltung zu der Kampagne "nexxt - Initiative Unternehmensnachfolge". Dies treffe selbst langjährig erfolgreiche Unternehmen mit guter Kapitalausstattung und ausreichender Liquidität. Laut Müller gehen dadurch rund 4000 Arbeitsplätze pro Jahr in Deutschland verloren.

Die Initiative "nexxt" solle praktische Wege aufzeigen und "ein günstiges gesellschaftliches Klima für den unternehmerischen Generationswechsel schaffen", sagte Müller. In jedem Jahr stünden bei fast 80 000 Familienbetrieben mit knapp einer Million Mitarbeitern der Unternehmensübergang an. Einer Studie zufolge habe sich erst ein Viertel der mittelständischen Unternehmer überhaupt mit dem Thema auseinandergesetzt. Der Wirtschaftsminister forderte die Unternehmen auf, die Regelung der Nachfolge nicht länger als Tabu, sondern als strategische Aufgabe zu verstehen. Es koste sicher einige Überwindung, sich von seinem Lebenswerk zu lösen und einem anderen Platz zu machen, sagte er. Schlimmer sollte aber der Gedanke sein, dass der Fortbestand des Betriebs bedroht sein könnte, für den man so hart gearbeitet hat.

Die Initiative unterstützen neben dem Wirtschaftsministerium auch Verbände, Kreditinstitutionen und Unternehmensberater. Kernstück ist eine Internet-Unternehmensbörse, bei der Eigentümer ihr Unternehmen anonym anbieten können.

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