Wirtschaft : Unternehmer dürfen ihre Altersabsicherung nicht auf die leichte Schulter nehmen

Elke Dolle-Helms

Lebensversicherungen können den gewohnten Lebensstandard auch im Ruhestand aufrechterhaltenElke Dolle-Helms

Wenn es um den eigenen Ruhestand geht, sollten Unternehmer auf eine Lebensversicherung setzen. Sie spart Steuern und schont das Betriebskapital. Je höher das Einkommen während der aktiven Berufsjahre, desto schmerzlicher ist später die Versorgungslücke im Alter. Vor allem Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, die nicht sozialversicherungspflichtig sind, haben häufig nur geringe Ansprüche auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Eine angemessene Gesamtversorgung erfordert deshalb rechtzeitig ergänzende Maßnahmen, um den gewohnten Lebensstandard auch im Ruhestand aufrechterhalten zu können. Dazu kann entweder bereits versteuertes Privatvermögen eingesetzt werden, oder es wird eine zusätzliche Altersversorgung über die Firma eingerichtet.

Dem Gesellschafter-Geschäftsführer bieten sich Chancen auf eine sichere und gleichzeitig renditestarke, weil steueroptimierte Rente über die Firma. Der Grund: Alle betriebsinternen Vermögenswerte sind zur Rückdeckung betrieblicher Altersversorgungen zugelassen. Eine Betriebsrente für den Chef kann mit einer Lebensversicherung, aber auch mit Immobilien oder Immobilienfonds im Vermögen der GmbH unterlegt sein. Damit lassen sich die steuerlichen und die betriebswirtschaftlichen Vorteile einer Betriebsrentenzusage mit dem jeweiligen Durchführungsweg bedarfsgerecht verbinden. Interessante Lösungen bieten sich vor allem für GmbH an, die ihrem Geschäftsführer bislang keine oder nur eine sehr geringe betriebliche Altersversorgung (BAV) zugestanden haben. Letzteres dürfte auf die Hälfte aller mittleren und kleinen GmbH zutreffen. Experten beobachten immer wieder, dass ein Drittel aller Gesellschafter-Geschäftsführer der etwa 500 000 in Deutschland registrierten GmbH ihre Altersrente nicht mit einer BAV-Zusage aufgebessert oder eine vorhandene Pensionszusage bislang nicht rückgedeckt haben.

Bis heute sind der Abschluss einer Direktversicherung und die direkte Pensionszusage die wichtigsten Instrumente für eine betriebliche Altersversorgung - nicht nur für Geschäftsführer. Bei der vor allem für kleinere Firmen geeigneten Versicherungslösung schließt die GmbH mit einer Versicherungsgesellschaft eine Direktversicherung ab. Versicherungsnehmer und Beitragszahler ist die GmbH. Die Leistungen stehen von Anfang an dem Geschäftsführer zu. Bis zu 3408 Mark können jährlich mit 20 Prozent pauschal lohnversteuert in die Direktversicherung eingezahlt werden. Interessant ist die Variante mit Gehaltsumwandlung. Dabei werden die Beiträge aus dem Bruttogehalt des Versicherten erbracht. Die Pauschalsteuer in Höhe von 20 Prozent kann die GmbH übernehmen, oder der Geschäftsführer erbringt sie aus dem Nettoeinkommen. Eine Berechnung der Hannoverschen Lebensversicherung ergibt: Wer jährlich 3408 Mark einzahlt, hat beim derzeitigen Spitzensteuersatz von 53 Prozent einen tatsächlichen Aufwand von nur 2602 Mark. Ein 45-jähriger Gesellschafter-Geschäftsführer kann somit eine garantierte Versicherungsleistung in Höhe von 94 931 Mark sicherstellen. Im Alter von 65 kann er dann über ein Kapital (einschließlich Überschüssen) von 141 239 Mark verfügen, was einer lebenslänglichen Altersrente von monatlich circa 920 Mark entspricht. Diese betriebliche Altersversorgung über eine Direktversicherung kann jedoch nur eine Basisversorgung sein und bedarf einer Ergänzung. Diese ergänzende betriebliche Altersversorgung lässt sich über eine Direktzusage (Pensionszusage) mit Rückdeckung oder über eine rückgedeckte Unterstützungskasse bewerkstelligen. Bei einer Pensionszusage bildet die GmbH Rückstellungen, die sich steuermindernd auswirken. Auf der anderen Seite muss der Gegenwert der abgeschlossenen Rückdeckungsversicherung aktiviert werden. Die betriebliche Altersversorgung hat in diesem Fall also ihre bilanziellen Auswirkungen: Auf der Aktivseite der Bilanz taucht der Rückkaufswert der Versicherung auf.

Sollen diese bilanziellen Auswirkungen vermieden werden, kann der Weg über eine Unterstützungskasse gewählt werden. Auch hier gibt die GmbH eine Versorgungszusage, bedient sich für die Durchführung jedoch einer Unterstützungskasse, die wiederum eine Rückdeckungsversicherung in gleicher Höhe bei einem Lebensversicherer abschließt. Weil die Unterstützungskasse eine rechtlich selbstständige Einrichtung ist, müssen bei der GmbH weder Pensionsrückstellungen gebildet werden, noch muss der Anspuch der Rückdeckungsversicherung aktiviert werden. Diese Versorgung erfolgt also bilanzneutral.

Die Versicherer bieten je nach Versorgungssituation des Unternehmers und finanzieller wie steuerlicher Lage der Firma unzählige Versicherungsvarianten für Versorgungszusagen des Betriebes an. Wichtig für die richtige Wahl des Versorgungsmodells ist es, nicht nur Anlageberatern und Versicherungsvertretern zu vertrauen. In jedem Fall sollte auch der Steuerberater hinzugezogen und eine entsprechende Auskunft des Betriebstättenfinanzamtes eingeholt werden, um später keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.

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