Wirtschaft : Unternehmer haben ein negatives Image

Berliner Studenten befragt / Existenzgründung wenig attraktiv

BERLIN(dw).Er geht über Leichen, trägt eine Designerbrille und fährt ein Statusauto ­ die Rede ist vom "typischen Unternehmer", wie ihn sich Studenten heute vorstellen.In einer Umfrage an Berliner Hochschulen antworteten Studenten auf die Frage "Wie sieht Dein Bild des Unternehmers aus?" zumeist mit Klischees."Schlipsträger im Anzug" gehört noch zu den verständlichsten Antworten."Rücksichtslos", "karrieregeil" und "risikobereit" wurden häufig genannt.Die Interviewaktion wurde von einer Gruppe Studenten des Instituts der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation der HdK Berlin an vier Berliner Universitäten durchgeführt.125 Studenten verschiedener Fachrichtungen wurden darin zum Thema "Existenzgründung" befragt.Knapp 60 Prozent der Befragten hatten beim Bild des Unternehmers negative Assoziationen, nur 40 Prozent billigtem ihm auch positive Eigenschaften zu.Dabei zeigte sich, daß die Vorbehalte gegenüber beruflicher Selbständigkeit eng mit dem negativen Image des Unternehmers verknüpft sind. Laut den befragten Studenten ist der Unternehmer ein "mächtiger Fiesling" mit "hübscher Sekretärin" und einem "fragwürdigen Wertesystem".Er leidet unter chronischem Zeitmangel, ist infarktgefährdet, geldgierig und bei Entlassungen gnadenlos.Bei den positiven Nennungen standen "ideenreich", "engagiert", "intelligent" und "durchsetzungsfähig" an erster Stelle.Risikofreude wurde ebenso gewürdigt, wie Fleiß und Selbsicherheit.Die Mehrheit der befragten Studenten faßte ihre Meinung über den "typischen Unternehmer" mit "kreativ, aber charakterlos zusammen".Eine Studentengruppe aus dem Bereich "Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation" will nun mit dem "Projekt Ariadne" das Image des Unternehmers an den Universitäten verbessern und Studenten zu Existenzgründungen anregen.

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