Wirtschaft : Unternehmer verdienen immer mehr

Arbeitnehmer-Kaufkraft fällt auf Tiefstand

-

ArbeitnehmerKaufkraft fällt auf Tiefstand Berlin - Das Geld in Deutschland ist zunehmend ungleich verteilt. Nach Angaben des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts des DGB (WSI) ist der Anteil der Arbeitnehmer am Einkommen aller privaten Haushalte permanent gesunken und hat 2005 mit 41,2 Prozent „einen historischen Tiefstand erreicht“. In diesem Jahr könnte diese sogenannte Nettolohnquote sogar unter 40 Prozent fallen. Parallel dazu nimmt der Anteil der Einkommen aus Unternehmensgewinnen und Vermögen zu und erreichte zuletzt fast ein Drittel (32,6 Prozent). Als Hauptgrund hat das WSI die höheren Unternehmensgewinne ausgemacht. So hätten Kapitalgesellschaften im vergangenen Jahr 11,5 Prozent mehr verdient, nachdem es bereits 2004 ein Gewinnplus um 15,1 Prozent gegeben habe.

Der „langjährige Rückgang beim Kaufkraftpotenzial der Arbeitnehmer“ hat nach Einschätzung der Gewerkschafter negative Folgen für die Konjunktur, weil wegen der „schwachen Entwicklung bei den Masseneinkommen“ die Binnennachfrage nicht in Schwung kommen könne. Ferner würden „zentrale Vorhaben der Bundesregierung“ (Mehrwertsteuererhöhung, Gesundheitsreform, Unternehmenssteuersenkung) vor allem Geringverdiener und somit die Konjunktur belasten. „Die Politik der Bundesregierung schmälert vor allem niedrige Einkommen erneut“, sagte der WSI-Verteilungsexperte Claus Schäfer. Bereits heute seien mehr als 20 Prozent der Bevölkerung hierzulande von Armut betroffen.

Ziemlich unterschiedlich ist nach Erhebung des WSI auch die Steuerbelastung. Während die Arbeitnehmereinkommen derzeit mit 18 Prozent belastet sind, werden auf Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen nur sechs Prozent direkte Steuern fällig; 1960 waren das noch 20 Prozent. alf

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben