Wirtschaft : Unternehmer warnen vor den Folgen der Krankenhausschließung

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Die vom Berliner Senat erwogene Verkleinerung von zwei Universitätskrankenhäusern in Berlin-Buch könnte den gesamten Biotechnologiestandort gefährden. Davor warnen die in Berlin-Buch ansässigen Unternehmen. Der Sprecher der Biotechnologie-Unternehmen, Werner Schößler, sagte dem Tagesspiegel am Mittwoch, dass die Pläne der Berliner Politiker "verheerende Folgen" für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes hätten. Der Biotechnologie-Campus im Nord-Osten Berlins gehört zu den wichtigsten Entwicklungsvorhaben der Bundeshauptstadt.

Schößler sagte, dass bereits die öffentliche Diskussion über den Wegfall von universitären Krankenhausbetten dem Max-Delbrück-Centrum (MDC) national und international einen zweifelhaften Ruf eingetragen habe. Nicht nur Unternehmen, die eigentlich in Buch investieren wollten, um die Nähe von wissenschaftlicher Forschung und dem Krankenhaus für ihre Geschäfte zu nutzen, würden jetzt zögern. Auch die bereits ansässigen Biotechnologie-Firmen seien verunsichert. "Wir sind hierher gekommen, gerade weil es diese Mischung von Forschung und Wirtschaft nirgendwo anders in Deutschland gibt". Wenn dieser Investitionsgrund nicht mehr besteht, würde man sich anderen Standorten in Deutschland zuwenden. Seit 1990 sind neben zahlreichen Forschungseinrichtungen rund 300 Arbeitsplätze in Unternehmen in Buch geschaffen worden. Weil die Kapazitäten des so genannten Biotechnologieparkes bereits ausgelastet sind, werden derzeit weitere Gebäude zur Ansiedlung von Unternehmen geplant.

Auch der Vorstand des MDC, Detlev Ganten, warnte die Politiker am Mittwoch vor den geplanten Sparmaßnahmen. Die vom Senat gewünschte Verkleinerung von derzeit 315 auf 150 Krankenhausbetten noch in diesem Jahr würde "nicht wieder gut zu machenden Schaden anrichten". Damit werde die führende Stellung des MDC in der Genomforschung und der Biotechnologie unvertretbar gefährdet, meinte Ganten.

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