Wirtschaft : Untersagung: Der Cobra fehlen die Zähne (Kommentar)

Daniel Rhee-Piening

Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen kann sich die Hände reiben. Er hat gegen den Chef der Investorengruppe Cobra, Hansgeorg Hofman, einen Sieg errungen und für seine Bank die Handlungsfreiheit wieder gewonnen. Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen hat der Cobra die Stimmrechtsausübung auf ihren Anteilsbesitz an der Commerzbank untersagt und ihr damit quasi die Zähne gezogen. Ein schwerwiegender Eingriff in die Rechte eines Eigentümers, den sich die Behörde nicht leicht machen darf und der auch einer gerichtlichen Überprüfung standhalten muss. Natürlich will das Amt nicht etwa als Verteidiger der Commerzbank auftreten. Es darf nur als Aufsichtsbehörde über den Bankenplatz Deutschland tätig werden. Den Berliner Beamten obliegt es, den makellosen Ruf des Finanzplatzes Deutschland zu verteidigen und deshalb beispielsweise die Zuverlässigkeit aller potenziellen Banker zu untersuchen. Hierfür sammelt es Informationen. Dass es im Falle Cobra auch Hilfe aus dem Hause der Commerzbank bekommen hat, pfeifen die Spatzen von den Dächern. Aber das Bundesaufsichtsamt musste gar nicht so lange suchen. Hofman hat sich mit seinen agressiven Statements selbst die Stolpersteine gelegt. Mehrfach hat er zu erkennen gegeben, dass es der Cobra nicht so sehr um ein starkes Geldhaus in Deutschland, sondern in erster Linie um die Gewinne ihrer Anteilseigner geht. Nicht nur die Führung der Commerzbank, auch ein großer Teil der übrigen Aktionäre zog daraus den Schluss, dass es der Cobra nur um die Zerschlagung der Commerzbank gehe.

Ist das allein schon verwerflich? Hofman hat zudem persönliche Mängel zu erkennen gegeben. Als Vorstand der Dresdner Bank musste er gehen, nachdem er sich selbst angezeigt hatte, Steuern in Millionenhöhe nicht abgeführt zu haben. Wer aber mit den Steuergesetzen in Konflikt gerät, gilt bei Verwaltungsjuristen als unzuverlässig. Er dürfte in Deutschland schon Schwierigkeiten haben, eine Kneipe zu eröffnen.

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