Wirtschaft : Untreueverdacht: Staatsanwalt erhebt Anklage gegen Roland Ernst

Die Staatsanwaltschaft Bochum hat Anklage gegen den unter Untreueverdacht stehenden Heidelberger "Baulöwen" Roland Ernst erhoben. Der Immobilienmakler und Projektentwickler soll bei renommierten Projekten Millionen-Provisionen kassiert und Geschäftspartner betrogen haben. "Die Anklage lautet auf Untreue, Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Bestechung im Geschäftsverkehr", sagte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Über die Eröffnung eines Hauptverfahrens muss das Landgericht Bochum entscheiden.

Der Heidelberger Anwalt des Bauunternehmers wollte zunächst keine öffentliche Stellungnahme abgeben. Die Kanzlei prüfe derzeit die Anklageschrift. Ernst hatte im März mehrere Tage in Untersuchungshaft gesessen. Die Vorwürfe beziehen sich unter anderem auf das Frankfurter Objekt Galluspark. Ernst soll Millionen-Provisionen aus dem Verkauf von Beständen des Wohn- und Gewerbeparks veruntreut und dabei Partner geschädigt haben. An zwei ehemalige Mitarbeiter der Immobiliengesellschaft der Deutschen Bahn soll er nach Erpressungsversuchen Schmiergelder gezahlt haben. Einer der Mitarbeiter sitzt nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft.

Ernst hat beteuert, er habe weder Geschäftspartner betrogen noch Geld veruntreut. Allerdings habe er auf erpresserischen Druck hin einem leitenden Geschäftsführer der Bahn eine Provision gezahlt, damit ein Mietvertrag mit der Bahn für das Objekt Galluspark zu Stande käme.

Im vergangenen Jahr hatte der Verkauf des Gebäudes des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit für Wirbel gesorgt. Allerdings soll Ernst dort selbst zu den Geschädigten gehören. Der Entwickler war 1999 in Finanzschwierigkeiten geraten und musste in diesem Jahr Insolvenzantrag stellen. Die Schulden bezifferte er auf einen dreistelligen Millionenbetrag. In Berlin war Ernst an der Galerie Lafayette, den Treptowers und den Hackeschen Höfen beteiligt.

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