Unzulässige Kreditgebühren : So können Sie sich Ihr Geld von den Banken zurückholen

Pauschale Gebühren für Verbraucherdarlehen sind laut BGH-Urteil unwirksam. Kunden können sie zurückfordern - allerdings drohen die Ansprüche in vielen Fällen zu verjähren. Was Bankkunden nun tun können.

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Wer in den vergangenen Jahren Gebühren für Kredite bezahlt hat, kann sie zurückfordern.
Wer in den vergangenen Jahren Gebühren für Kredite bezahlt hat, kann sie zurückfordern.Foto: dpa

Ob es die Eigentumswohnung ist, das Auto oder die neue Küchenzeile: Für große Anschaffungen reicht das Ersparte bei vielen Deutschen nicht aus. Banken gewähren in solchen Fällen gerne einen Kredit. Schließlich verdienen sie gut daran. In der Vergangenheit haben viele Institute neben den Zinsen für das Verbraucherdarlehen zusätzlich auch noch eine Bearbeitungsgebühr verlangt. Doch solche pauschalen Gebühren sind unwirksam. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden.

Verbraucher können die Gebühren nebst Zinsen zurückverlangen

Jetzt können Verbraucher die zu viel gezahlten Gebühren von ihrer Bank zurückverlangen – und zwar samt einer kleinen Entschädigung für die ihnen entgangenen Zinsen. Laut dem BGH gilt das für alle Gebühren, die Kunden für Verbraucherdarlehen in den vergangenen zehn Jahren gezahlt haben. Allerdings müssen die Bankkunden dabei schnell handeln: Denn für Gebühren, die sie bereits zwischen Ende 2004 und Ende 2011 geleistet haben, verjährt der Anspruch auf die Rückerstattung bereits mit dem Jahreswechsel 2014/2015.

Warum die Banken zahlen müssen

Über Jahre haben Banken und Verbraucherschützer sich gestritten. Die Geldinstitute hatten argumentiert, von ihren Kreditkunden eine pauschale Gebühr verlangen zu müssen. Schließlich bedeutet die Bearbeitung des Kreditantrags für sie einen Aufwand. Zum Beispiel prüfen sie die Bonität des Kunden, um einzuschätzen, ob er den Kredit zurückzahlen kann. Die Richter argumentierten jedoch, dass die Banken damit im eigenen Interesse handeln – und die Gebühren deshalb nicht den Kunden aufbürden dürfen. „Bei Ratenkrediten waren solche Gebühren zwischen 2008 und 2012 die Regel“, sagt Christoph Herrmann von der Stiftung Warentest. Meist haben die Institute Gebühren in Höhe von einem bis vier Prozent der Darlehenssumme verlangt. Bei einem Ratenkredit in Höhe von 5000 Euro geht es also um bis zu 200 Euro, die der Kunde zurückfordern kann. Hochgerechnet müssten die Banken den Kunden insgesamt 13 Milliarden Euro erstatten. Allerdings tun die Institute das nicht von sich aus – auch machen sie ihre Kunden kaum darauf aufmerksam. Verbraucher müssen vielmehr selbst aktiv werden.

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