Wirtschaft : Urheberrecht: Susanne Schüssler

Verwerter sind keine homogene Gruppe. Ich möchte mich deshalb auf "die Verleger" beschränken. Auf diejenigen, die auch öffentlich ihr deutliches Missfallen ausgedrückt haben und damit den Eindruck erweckt haben, sie wollten nichts hergeben und alles solle so bleiben wie es ist. Verständlich, wenn man die Konzernverlage betrachtet, deren Devise es ist, erstens nur Bücher zu publizieren, die Erfolg versprechend sind, und zweitens den Gewinn aus der "mulitmedialen Verwertung" ("den content generieren") zu ziehen. Sie sind es, die zur Kasse gebeten werden sollten.

Getroffen werden aber auch die "Unabhängigen", also die wenigen, die immer noch verrückt genug sind, Bücher aus Überzeugung zu machen (Stichwort junge Autoren); im Fall unseres Verlags sind drei Viertel der Jahresproduktion negativ kalkuliert - das restliche Viertel trägt die - schönen - Verlustbücher. Wenn man will, dass diese Bücher weiterhin erscheinen - übrigens ein vehementes Interesse auch der Autoren und Übersetzer - sollte man bei einer "Novelle" nicht auf das gewerkschaftliche Modell starker Interessensverbände und deren lähmende Verhandlungen um "angemessene" Vergütung setzen, sondern schlichtweg auf "angemessene" Verteilung des jeweiligen Gewinns: Eine deutliche Verschärfung und Modifizierung des bereits exisitierenden Bestsellerparagraphs ist der einzig denkbare Weg: Umso größer der Gewinn , umso größer die Ausschüttung an die beteiligten Urheber. Damit werden alle Verwerter in die Pflicht genommen, die nur auf wirtschaftlichen Erfolg orientierten jedoch stärker - ein Weg, das Neue und Innovative weiter zu fördern.

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