Urlaubsplanung : Berliner Naherholung

Die Hälfte der Berliner bleibt diesen Sommer zu Hause. Wer von ihnen doch wegfährt, gibt weniger Geld fürs Reisen aus. Im Bundesvergleich sind die Hauptstädter aber recht spendabel.

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Sommer in der Stadt. Die Berliner bleiben, wo sie sind, und wollen vor allem mehr Zeit mit der Familie verbringen.
Sommer in der Stadt. Die Berliner bleiben, wo sie sind, und wollen vor allem mehr Zeit mit der Familie verbringen.Foto: picture-alliance / ZB

Berlin - Endlich Ferien! Das dürften wohl die meisten Berliner Schüler derzeit denken. Das heißt jedoch nicht, dass sie sich auf den Weg in ferne Länder und sonnige Strände machen. Weniger als die Hälfte der Hauptstädter nutzt den Sommer zum Verreisen, zeigt eine Umfrage der Berliner Sparkasse. Die Berliner sparen demnach am Urlaub. Nur 47 Prozent wollen in den kommenden Monaten wegfahren, das sind fünf Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Auch wer verreist, spart in diesem Sommer an der Ausstattung: 1140 Euro planen die Berliner im Schnitt für die Reisekasse ein, 130 Euro weniger als noch 2011. Dabei ist das Urlaubsbudget der West-Berliner mit 1327 Euro höher als das der Ost-Berliner mit 1188 Euro. „Im deutschlandweiten Vergleich ist das aber immer noch sehr viel“, sagt Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter bei der Stiftung für Zukunftsfragen. So haben die Deutschen bundesweit im vergangenen Jahr durchschnittlich nur 1012 Euro für ihren Urlaub ausgegeben. Dass die Berliner sich ihre Reisen mehr kosten ließen als der Durchschnittsdeutsche, sei nicht verwunderlich. „Das ist typisch für eine Metropole“, sagt Reinhardt, „denn Einkommen und Bildungsniveau sind hier höher als im ländlichen Raum.“ Andererseits zeigt der Städtevergleich, dass in Berlin viele Menschen leben, die sich überhaupt keinen Urlaub leisten können. Die Hamburger geben zum Beispiel deutlich mehr Geld für die sommerliche Auszeit aus, im Schnitt 1435 Euro.

Wenn die Berliner verreisen, dann meistens innerhalb Deutschlands, zeigt die Umfrage. Auch das sei typisch, sagt Experte Reinhardt. „Die Deutschen fahren heute weniger Tage am Stück in den Urlaub. Und wer nicht so lange wegfährt, will keine allzu lange Anreise haben.“ Das war nicht immer so. In den 70er Jahren haben die Deutschen noch im Schnitt 18,2 Tage am Urlaubsort verbracht und sind lieber in ferne Länder gereist. Heute fahren sie nur noch 12,4 Tage weg und bleiben im Inland. Besonders beliebte Reiseziele sind weiterhin die Ostsee, die Nordsee, Bayern und der Schwarzwald. „Wobei Bayern als beliebtes Reiseziel im vergangenen Jahr erstmals die Ostsee überholt hat“, sagt Reinhardt. Neun Prozent der Deutschen machten demnach Urlaub in Bayern, nur noch 7,7 Prozent führen an die Ostsee.

Unabhängig davon, ob sie wegfahren oder nicht, wollen die meisten Berliner ihren Urlaub nutzen, um Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Fast genauso viele wollen „aktiv sein, sich bewegen, wandern oder schwimmen“, schreiben die Banker. Die jüngeren Hauptstadteinwohner – zwischen 18 und 29 Jahre alt – haben sich dagegen vor allem eines vorgenommen: „Einfach nur das Leben genießen“. Und das kann man bekanntlich in Berlin wunderbar.

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