• Ursprünglich war der Börsengang erst für 2001 vorgesehen - Aktionäre dürfen auf höhere Dividende hoffen

Wirtschaft : Ursprünglich war der Börsengang erst für 2001 vorgesehen - Aktionäre dürfen auf höhere Dividende hoffen

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Die Schering AG, Berlin, will Gas geben. Nachdem die Entwicklung des Pharmakonzerns in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres über Plan verlaufen ist, soll jetzt der Gang an die Wall Street vorgezogen werden. Ursprünglich war der Börsengang in den USA für das zweite Quartal 2001 vorgesehen, nun soll er bereits im September oder Oktober des kommenden Jahres erfolgen, sagte der Finanzvorstand, Klaus Pohle, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Weg zu mehr Rentabilität führe über die USA, so Pohle. Die reditestärksten Unternehmen der Welt machten in den USA 50 Prozent ihres Umsatzes. Er habe zwar nicht die Hoffnung, jemals auf einen solchen Wert zu kommen, doch könne Schering seinen dortigen Umsatz von derzeit 22 Prozent auf 30 Prozent erhöhen. Der Gang an die New Yorker Börse ermögliche es Schering, die eigenen Aktien kapital- und steuerschonend als Akquisitionswährung einzusetzen. Perspektiven sieht Pohle auch in Japan, weil dort inzwischen die Pille zugelassen wurde. Rund 30 Prozent des Marktes für orale Mittel zur Empfängnisverhütung will Schering gewinnen. Zuletzt entfielen 86 Prozent des Umsatzes in Japan auf Diagnostika. Bei Betrachtung der Sparten setzen die Berliner vor allem auf die Hormontherapie und die Tumorbehandlung. Schering will im letzteren Bereich bei der amerikanischen Nuklearmedizin-Forschungsgesellschaft Diatide und bei der französischen Oris/Cis Bio International einsteigen. Das im März formulierte Ziel, die Erlöse 1999 um vier Prozent auf 3,4 Milliarden Euro (6,7 Milliarden Mark) zu erhöhen, werde von der Wirklichkeit überholt, sagte Pohle. Bis zum Jahr 2005 soll der Umsatz auf 5,5 Milliarden Euro wachsen. Das Betriebsergebnis soll parallel um durchschnittlich 13 Prozent gesteigert werden.

Den Aktionären stellte Pohle eine Erhöhung der Dividende, die zuletzt bei 1,37 Euro lag, in Aussicht. Pohle räumte ein, dass die geplanten Akquisitionen zunächst die Rendite belasteten. Jede Akquisition führe zunächst zu einer "Verwässerung". Diese Befürchtung hatten am Montag offensichtlich auch die Anleger. Schering-Aktien gerieten an der Börse unter Druck und verloren bis zum Mittag 2,95 Euro auf 107,15 Euro.

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