Wirtschaft : Urteil beflügelt Porsche-Aktie

US-Justiz lehnt Klage ab Kurs legt 14,8 Prozent zu

Berlin - Das Urteil eines US-Gerichts zur Verschmelzung von Porsche und Volkswagen hat die Aktie des Sportwagenbauers am Montag nach oben katapultiert. Die Papiere schossen um 14,8 Prozent auf 68,49 Euro. Nach der Ablehnung einer Klage von zahlreichen US-Fonds gegen Porsche vor einem New Yorker Gericht sei der größte Risikofaktor für einen Zusammenschluss mit VW beseitigt, erklärten die Analysten von Credit Suisse. VW-Aktien stiegen um 6,1 Prozent.

Kurz vor Neujahr hatte ein US-Gericht eine Klage von US-Hedgefonds abgewiesen, die Porsche im Zusammenhang mit der geplatzten Übernahme von Volkswagen auf mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt hatten. Das Gericht erklärte, es sei für Betrugsfälle außerhalb der USA nicht zuständig.

Weder Porsche noch VW sind an der US-Börse gelistet. „Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Porsche zu einer signifikanten Schadenersatzsumme verurteilt wird, deutlich gesunken“, erklärten die Analysten der Deutschen Bank.

Dadurch sei der Weg frei für die im Frühjahr 2011 geplante, fünf Milliarden schwere Kapitalerhöhung von Porsche, erklärte DZ-Bank-Analyst Michael Punzet. Damit will der Sportwagenbauer seinen Schuldenberg abtragen und die Voraussetzung für die 2011 geplante Verschmelzung mit VW schaffen. „Durch die Entscheidung ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass es noch dieses Jahr zu einer Fusion von VW und der Porsche SE kommt“, fasst Analyst Marc-Rene Tonn von Warburg Research zusammen.

Die US-Fonds könnten allerdings in Amerika Einspruch einlegen oder in Deutschland eine Klage anstreben, merkten die Experten der Deutschen Bank an. Auch der Münchner Anwalt Franz Braun hat mit einer Klage mehrerer großer Investoren in Deutschland gedroht. Tsp

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