URTEILE : URTEILE

Feuchter Keller



Der Mieter eines Altbaus hat nicht das Recht, die Miete zu mindern, wenn er lediglich angibt, sein Keller sei feucht, „beim Einzug aber trocken“ gewesen. Er muss das Ausmaß der Nässe vielmehr im Einzelnen darlegen. Ferner müsse in Altbauten mit einer gewissen Feuchtigkeit gerechnet werden, so das Landgericht Berlin. Hier hatte der Mieter die Miete gemindert, weil er wegen der Feuchtigkeit keine Gegenstände im Keller lagern könne. Die einbehaltenen Beträge muss er nun nachzahlen. (AZ: 67 S 61/10)

Wohngebäudeversicherung

Ein Mieter, der auf dem Ofen in der Küche Kartoffelröllchen brutzelt, dann ins Wohnzimmer geht und vor dem Fernseher beim Zappen „hängenbleibt“, handelt nicht per se grob fahrlässig. Daher muss er der Wohngebäudeversicherung des Vermieters auch nicht den Schaden ersetzen, der dadurch entsteht, dass das heiße Fett einen Brand verursacht, dem der gesamte Dachstuhl zum Opfer fällt. Ein Nachweis grober Fahrlässigkeit sei nicht erbracht worden, meinte der Bundesgerichtshof. (BGH, AZ: VI ZR 196/10)

Getrennt wohnen

Das Gebot zu gegenseitiger Rücksichtnahme gilt auch für getrennt lebende Ehegatten. Möchte der Mann aus einem gemeinsamen Mietverhältnis entlassen werden, hat die Frau dem zu folgen. Denn die Entlassung des Mannes aus dem Mietverhältnis steht der alleinigen Nutzung der Wohnung durch die Frau nicht entgegen. Hier wollte der aus der Ehewohnung ausgezogene Mann vom Vermieter nicht länger „gesamtschuldnerisch“ für die Miete belangt werden können. (OLG Hamburg, AZ: 12 WF 51/10) büs

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