URTEILE : URTEILE

Abgenutzter Terrazzoboden

Ein über 80 Jahre alter Terrazzoboden in der Küche einer Mietwohnung kann von dem Vermieter nur dann als „den Wohnwert erhöhend“ bei der Miete berücksichtigt werden, wenn offenkundig ist, dass der Fußbodenbelag gut gepflegt wurde und zum Beispiel keine Risse aufweist. Das war in dem vom Landgericht Berlin zu entscheidenden Streit um eine Mieterhöhung aber nicht der Fall. Der Mieter hatte den Boden mit einem PVC-Belag überdeckt und verweigerte den geforderten Aufpreis. (AZ: 65 S 472/10)

Abgelegene Garage

Hat ein Wohnungsmieter eine Garage gemietet, die in einem 150 Meter entfernten Haus untergebracht ist, das früher seinem jetzigen Vermieter gehörte, so muss er akzeptieren, dass das Haus einen neuen Eigentümer erhält, der die Garage selbst nutzen will und deshalb das Mietverhältnis über die Garage beendet. Der Mieter hat deshalb schlechte Karten, weil die Garage nicht in seinem Mietvertrag aufgeführt und deshalb nicht „Bestandteil des Wohnungsmietverhältnisses“ geworden ist. (BGH, VIII ZR 251/10)

Abgerückte Möbel

Das Landgericht Münster entschied, dass eine Styroporwärmedämmung auf der Innenseite einer Wand einer Mietwohnung, die als „Dampfsperre“ zu Schimmelbefall führt, als physikalischer Mangel der Wohnung anzusehen und nicht vom Mieter zu verantworten ist. Der Vermieter kann nicht argumentieren, die Möbel hätten zu nah an den Wänden gestanden. Auch sei es dem Mieter nicht zuzumuten, Schränke mit 10 cm „Abstand“ aufzustellen, weil dies die Wohnfläche reduziere. (LG Münster, 3 S 208/10) büs

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