Wirtschaft : URTEILE

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Herzinfarktgefahr verkannt:

Hausarzt zahlt Schmerzensgeld

Verkennt der Hausarzt die Gefahr eines bevorstehenden Herzinfarkts und verschreibt dem Patienten lediglich ein harmloses Spray, statt ihn als Notfall in eine Spezialklinik einzuweisen, macht er sich schadensersatzpflichtig. Außerdem muss er dem Patienten ein Schmerzensgeld zahlen, wenn dieser später tatsächlich einen Herzinfarkt erleidet. Das Oberlandesgericht Bamberg hielt einen Betrag in Höhe von 7 000 Euro für angemessen (Az.: 4 U 126/03). Der Patient befand sich bereits seit Jahren wegen einer Herzerkrankung bei seinem Hausarzt in Behandlung. Als er dann wegen akuter Beschwerden erneut die Arztpraxis aufsuchte, verkannte der Mediziner die stark veränderten Werte eines durchgeführten EKGs und verabreichte dem Patienten lediglich ein Nitrospray. Kurz darauf erlitt der Patient dann tatsächlich einen Herzinfarkt, den er überlebte.

Mobilfunkunternehmen

zahlt für Liebestelefonate

Weil ein Mobilfunkunternehmen die Telefonkarte nebst PIN-Nummer nicht über das sichere Post-Ident-Verfahren an einen Kunden verschickte, sondern auf dem normalen Postweg, bleibt es nach einer Entscheidung des Landgerichts Rottweil auf über 5 000 Euro Telefongebühren sitzen (Az.: 1 O 26/04). Die verursachte die Ex-Frau des Kunden, die aus der Post ihres ehemaligen Gatten die Telefonkarte herausfischte, diese in ihr eigenes Handy einbaute und anschließend mit ihrem neuen Freund ausgedehnte Telefonate führte. Das Mobilfunkunternehmen habe seine vertraglichen Sorgfaltspflichten gegenüber seinem Kunden sträflich verletzt, so die Rottweiler Richter. Korrekt wäre es stattdessen gewesen, die Telefonkarte so zu versenden, dass vor der Übergabe der Sendung die Identität des Empfangsberechtigten hätte festgestellt werden können. Das sei beim so genannten Post-Ident-Verfahren gewährleistet, über das beispielsweise Banken ihre EC-Karten an die Kunden verschicken. creu

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