US-Abwrackprämie : ''Cash for Clunkers'' beglückt Autobauer weltweit

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA sorgt die Abwrackprämie für Jubel in der Autoindustrie. Profitiert haben vor allem die Hersteller kleinerer Autos.

WashingtonDer Automarkt in den USA ist für die Hersteller der wichtigste Absatzmarkt neben China. Mit dem Programm "Cash für Clunkers" – das US-Pendant zur deutschen Abwrackprämie – wollte die Regierung in Washington den heimischen Markt befeuern. Dies ist ihr gelungen: Das vor rund einer Woche ausgelaufene Programm bescherte mehreren Autobauern wie im Juli so auch im August deutliche Zuwächse.

Insgesamt wuchs der Markt laut Experten auf mehr als 1,26 Millionen Fahrzeuge. Das war ein Prozent mehr als vor einem Jahr. Es wäre das erste Plus im Jahresvergleich seit Herbst 2007, hieß es. Allerdings kam sie wie in Deutschland vor allem Herstellern kleinerer Autos zugute. Zudem befürchten Experten, dass durch die Hilfen die Verkäufe nur vorgezogen wurden und ein neuer Einbruch droht.

Von den deutschen Herstellern profitierte im August vor allem Volkswagen (VW) von der Prämie zwischen 3500 und 4500 Dollar. VW erzielte in dem für das Unternehmen seit Jahren schwierigen Markt ein Plus von 11,4 Prozent auf 24.823 Wagen. Das ist nach Konzernangaben das beste Monatsergebnis des Unternehmens in den USA seit Dezember 2005. Zu verdanken hat VW dies vor allem seinem wichtigsten US-Modell Jetta mit einem Plus von 15 Prozent. Aber auch der kleine Geländewagen Tiguan, der Van Routan und das CC-Coupé verkauften sich ordentlich. Die VW-Tochter Audi verbuchte ein Plus von 26 Prozent auf 8057 Fahrzeuge. Im Jahresvergleich legte vor allem der A4 zu. Die angehende VW-Tochter Porsche legte in den USA um neun Prozent auf gut 1500 Sportwagen zu.

Rückgänge verbuchten auch die Luxuslimousinenhersteller BMW und Daimler. Bei BMW brachen die Verkäufe um 21 Prozent auf gut 24.000 Autos der Marken BMW und Mini ein. Daimler verzeichnete mit seiner US-Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars einen Rückgang der Verkäufe um mehr als zehn Prozent auf knapp 19.000 Fahrzeuge.

Bei dem weltgrößten Autohersteller Toyota kletterte der Absatz um mehr als zehn Prozent auf 225.000 Fahrzeuge. Dabei wurden die Japaner noch von dem schleppenden Absatz der Luxusmarke Lexus gebremst – bei der Kernmarke Toyota stiegen die Verkäufe um fast elf Prozent auf fast 202.200 Autos. Honda rückte um knapp zehn Prozent auf mehr als 161.400 abgesetzte Fahrzeuge vor. Einen Höhenflug erlebte jedoch der koreanische Hersteller Hyundai, dessen Absatz um 47 Prozent auf knapp 60.500 Fahrzeuge hochschoss.

Unter den amerikanischen Autobauern schaffte allein Ford ein beachtliches Plus von 17 Prozent im Jahresvergleich, verkaufte im August 176.000 Fahrzeuge und blickt nun auch deutlich zuversichtlicher in die Zukunft. Bei Ford schaffte das Kompakt-Modell Focus ein Absatzplus von 56 Prozent auf mehr als 25.500 Wagen. Allerdings stieg auch der Absatz der schweren Pick-ups der F-Serie um 12,8 Prozent auf 45.590 Fahrzeuge – ein Zeichen dafür, dass die Amerikaner immer noch auch für Spritfresser zu begeistern sind. Die Baureihe allein machte ein Viertel des Ford-Absatzes aus. Insgesamt verkaufte der Konzern zusammen mit den Marken Lincoln, Mercury und Volvo gut 182.000 Fahrzeuge.

General Motors (GM) und Chrysler konnten den Erfolg des Konkurrenten nicht wiederholen. GM musste einen Rückgang von gut 20 Prozent auf rund 246.500 Fahrzeuge verbuchen, weil der Konzern vor einem Jahr die Verkäufe mit einem Anreiz-Programm für die Beschäftigten angekurbelt hatte. Angesichts der vorherigen Rückgänge von mehr als 30 Prozent war der August trotzdem noch der beste Monat des Jahres, wie GM betonte. Bei Chrysler lag der Absatz mit rund 93.200 Wagen 15 Prozent unter dem Vorjahr.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters

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