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US-Aktien : Dow Jones schafft erneut Allzeithoch - 19.225 Punkte

US-Aktienindizes eilen von einem Allzeithoch zum nächsten. Woran liegt das? Warum gibt es auch für Trump-Gegner Gründe, ohne schlechtes Gewissen US-Aktien zu kaufen?

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Aufgeregter Handel an der New Yorker Börse.
Aufgeregter Handel an der New Yorker Börse.Foto: REUTERS

Die Börsen in den USA boomen. Erstmals seit dem Höhepunkt der Dotcom-Blase 1999 haben alle vier wichtigen US-Indizes – Dow Jones, S&P 500, Nasdaq und Russell 2000 – Allzeithochs erreicht. Seit dem Wahlsieg von Donald Trump ist der Dow-Jones-Index zum Beispiel um 4,2 Prozent gestiegen. Der Russell 2000, der kleinere Aktiengesellschaften umfasst, stieg sogar um 12,8 Prozent an.

Der Dow Jones schaffte am Mittwoch erneut ein Allzeithoch bei 19.225 Punkten, bevor er einen Teil der Gewinne wieder abgab.

„Es herrscht eine absolute Euphorie. Und das, obwohl Trump sie bisher mit nichts Konkretem begründet“, sagt Carsten Brzeski, Chef-Volkswirt der Bank ING-DiBa. Die Aktienkurse waren unmittelbar nach Trumps Sieg zunächst gesunken, begannen dann aber ihren Aufstieg, als Trump ein Investitionsprogramm für die Infrastruktur sowie Steuererleichterungen für Unternehmen und Deregulierungen ankündigte. Aber ohne konkret zu werden. Niemand weiß, wie groß der Umfang der Maßnahmen sein wird und ob er sie durchsetzen kann.

Zwei Dinge sind auffallend. Die Aktien steigen nicht erst seit Trumps Wahlsieg, sondern bereits seit dem Tief im Februar. Die US-Wirtschaft wächst prächtig, erst am Dienstag wurden Zahlen für das dritte Quartal bekannt. Um 3,2 Prozent legte das Bruttoinlandsprodukt zu, noch mehr als erwartet. Solche Zahlen haben mit Trump und seinem Wahlsieg nichts zu tun. Der Immobilien-Tycoon erbt nach Jahren der Erholung von der Finanzkrise eine intakte Wirtschaft.

Trump griff eine Forderung linker Ökonomen auf

Auch Hillary Clinton hatte ein Infrastrukturprogramm gefordert. Es handelt sich um eine genuin linke Forderung keynesianischer Ökonomen, die Trump aufgegriffen hat. Manchmal verläuft Geschichte paradox. Das war schon bei dem konservativen Präsidenten Ronald Reagan so, der Anfang der 80er Jahre ein ähnliches Programm auflegte. Der Unterschied: Damals lag die Wirtschaft am Boden, heute wächst sie. Entsprechend hoch ist bei einem zusätzlichen Konjunkturprogramm die Inflationsgefahr, was den Aktien ebenso schaden kann, wie die anschließenden Zinserhöhungen und der Anstieg des Dollars.

Ein weiterer Grund für den Anstieg amerikanischer Aktien sind die politischen Gefahren in Europa durch populistische Bewegungen. Am Sonntag droht Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi mit seinem Referendum zu scheitern, das die Voraussetzung für eine Modernisierung des Staates schaffen soll. Im Frühjahr droht in Frankreich Marine Le Pen Präsidentin zu werden. „Da schauen die Anleger lieber auf die USA“, sagt Brzeski.

Wie man unkompliziert auf einen ganzen US-Aktienindex setzen kann

Es gibt also auch für Trump-Gegner Argumente, sich von europäischen Aktien abzuwenden und stattdessen US-Aktien zu kaufen. Hinzu kommt, dass eine protektionistische Politik der USA exportorientierten Ländern wie Deutschland schaden würde. Entsprechend schwach entwickelt sich der Dax. Wer in den am stärksten wachsenden US-Index Russell 2000 investieren will, kann dies mit einem ETF tun, einem passiven Fonds, der den Index abbildet. Solche Fonds kann der Anleger beispielsweise auf der Webseite „justetf.de“ finden. Die Deutsche Bank bietet einen solchen ETF an (WKN: A1XEJT), das Fondshaus SPDR (WKN: A1XFN1), aber auch andere Anbieter. Völlig unklar ist jedoch, wie lange der Trend anhalten wird. Die „Financial Times“ weist darauf hin, dass ein Aufschwung kleiner Aktiengesellschaften oft am Ende eines Zyklus auftritt. Entsprechend vorsichtig sollten Anleger sein. Auch Brzeski warnt: „Wie bei jeder Euphorie kommt es immer irgendwann zu Rückschlägen.“

Einen Artikel des Autors, wie Anleger sich mit einem Rebalancing des Portfolios vor drohenden Crashs schützen können, finden Sie hier.

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