Wirtschaft : US-Anwalt erwägt Zwangsarbeiterklage

NEW YORK / WASHINGTON (nks/yes/HB).In der rechtlichen Auseinandersetzung um den Schadenersatz für Zwangsarbeiter bei deutschen Unternehmen während der Nazizeit plant einer der Kläger möglicherweise Protestaktionen bei den Hauptversammlungen von Daimler-Benz und Chrysler.Der New Yorker Anwalt Ed Fagan ist der Ansicht, daß es richtig wäre, bei den Aktionärstreffen etwas zu unternehmen, um der Öffentlichkeit und dem künftigen Partner die schweren Vorwürfe gegen Daimler-Benz bewußtzumachen.Bisher sei noch keine Entscheidung über Aktionen gefallen, sagte Fagan auf Anfrage.Der Anwalt hat vor zwei Wochen eine Sammelklage gegen Daimler-Benz und weitere deutsche Firmen eingereicht.

Der in der gleichen Angelegenheit parallel zu Fagan tätige New Yorker Rechtsanwalt Melvyn Weiss erwägt seine - angekündigte - Klage gegen Daimler-Benz nach Vollzug der Fusion auf Daimler-Chrysler auszuweiten."Ich habe kein Problem damit, ein amerikanisches Unternehmen zu verklagen", sagte Weiss.Der Anwalt führt bereits eine Klage gegen Ford Motor, deren deutsche Tochtergesellschaft ebenfalls Zwangsarbeiter beschäftigt habe.

Das Rampenlicht der Hauptversammlung wolle er nicht nutzen."Ich halte nichts davon, die Angeklagten auf diese Weise unter Druck zu setzen." Weiss plant, seine Klageschrift gegen Daimler in einigen Wochen einzureichen.Als nächstes Unternehmen werde er in wenigen Tagen Siemens verklagen.Gegen Volkswagen und Krupp führt er bereits Verfahren.Volkswagen hat jüngst mit der Einrichtung eines Entschädigungsfonds auf die Vorwürfe reagiert.Weiss und Fagan waren am Vergleich der Holocaust-Opfer mit den Schweizer Banken beteiligt.Die Kanzleien kooperieren allerdings nicht.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben